Fotos © Hyesoo Chung; H&M: Seher Yavas; Designerin: Elena Nancu

Minh-Khai, wenn es um viet-deutsche Prominente geht, warst du die Allererste. Selbst meine Eltern wissen, wer du bist. Du hast 1994 die Gameshow „Hugo“ moderiert und warst dann knapp vier Jahre Viva-Moderatorin, bevor du zur Schauspielerei gewechselt bist. Wie begann deine Karriere? Ich wollte nach dem Abi Schauspielerin werden, wusste aber nicht wie. Mein Vater gab mir ein halbes Jahr Zeit, mich beruflich zu orientieren, und meinte, dass ich arbeiten gehen soll. Hätte es in dem halben Jahr nicht geklappt, hätte ich studieren müssen, so wie es sich ja alle vietnamesischen Eltern wünschen. Deshalb bewarb ich mich als Praktikantin beim Disney Club, da bekam ich Einblick hinter die Kulissen. Mein damaliger Chef fragte,

was ich werden will. Als ich Schauspielerin sagte, hat er gelacht und meinte: „Also du als asiatisches Mädchen kannst das vergessen, du wirst niemals irgendwelche Rollen spielen.“     

Oh Gott, was hat das mit dir gemacht? Damals wie heute habe ich bei solchen Antworten Trotz entwickelt. Hätte ich auf die Menschen gehört, die mir gesagt haben, was nicht möglich ist, würde ich heute nicht hier mit dir sitzen. Der Chef meinte damals: „Wenn Werbung aus Amerika eingekauft wird, werden Asiaten und Schwarze meistens rausgeschnitten. Du wirst hier keinen Fuß in die Tür bekommen.“ Man muss dazusagen, dass das im Jahr 1994 war. Parallel wurde die Casterin von „Hugo“ auf mich aufmerksam, sie fand mich ziemlich erfrischend und stellte mich dem Produzenten vor. Und der hat Kabel 1 überredet, mich als Moderatorin auszuprobieren. Die Quoten waren top und so nahm alles seinen Lauf. Also es war irgendwie meant to be, sag ich immer.

Du kannst auf mehr als dreiÃ…