© Dilara Erdogu 

Wie wurdest du Meisterin? Ich war Physikerin und jobbte nebenbei in Fahrradwerkstätten. Nach acht Jahren war ich genervt von cholerischen Typen als Chefs und kündigte. Danach hing ich in der Luft und dachte: Wenn ich etwas mit Fahrrädern machen will, dann ohne Chef, nachhaltiger und menschlicher. Also wurde ich 2017 Meisterin. Inzwischen arbeite ich in meinem eigenen Kollektivbetrieb und unterrichte an der Handwerkskammer.     

Was ist dein Lieblingswerkzeug? Der Hammer. Manchmal muss man einfach draufhauen.      

Was nimmt unerwartet viel Zeit ein? Abgerissene Schaltzüge aus Schalthebeln herausfriemeln. Und alles, was nicht direkt mit Schrauben zu tun hat: Putzen, Plenum, mit Kund*innen sprechen, Fortbildungen, Buchhaltung. Leider sitzen wir auch viel am PC.      

Macht es Spaß, im Kollektiv zu arbeiten? Wie soll man sonst arbeiten? Auf Augenhöhe schafft man viel mehr. Und darin steckt subversive Sprengkraft. Kollektive versuchen ständig, Hierarchien abzubauen. Dabei müssen sie sich auch mit Diskriminierungsmustern beschäftigen. Ob sie das immer tun, sei dahingestellt. Aber this is the way to go. 

Dieser Text erschien zuerst in Missy 02/26.