© Samuel Smelty

RAPK hießen eigentlich mal Rapkreation. Mit dem Rappen haben die drei Kreuzberger schon früh in Jugendzentren angefangen. 2017 wurde der erste Song auf Spotify hochgeladen. Zwei Jahre später stieß ich zum ersten Mal auf einen ihrer Tracks. „Aral“ dröhnte durch meine Kopfhörer. Noch ein Jahr später „Vagabunden“. Seitdem vergeht kein Winter ohne RAPK in meiner Playlist. 

„Draußen wird es kühl, was für’n abgefucktes Wetter“, rappt es in meinen Ohren, während der Hamburger Nieselregen mir ins Gesicht klatscht. Tariq und Victor, die Stimmen am Mikro­fon, begleiten mich. Sie erzählen von ihrem Leben in Berlin-Kreuzberg. Darüber, wie die Gentrifizierung ihr Viertel verändert. Wie es sich anfühlt, in einer Großstadt aufzuwachsen. In einer Welt zu leben, in der Polizeigewalt kein abstrakter Begriff, sondern Realität ist. „Wenn Gesetze nicht gelten und Hilfe ist selten.“ Die Videos von Gustav, dem dritten RAPK-Mitglied, begleiten die Songs. Sie fühlen sich häufig an wie Vlogs und zeigen ein dreckig-graues Berlin und ein warm-buntes Marseille – Victors Vater wuchs in der Banlieue von Paris auf, die Crew selbst ist vom Marseiller Banlieue-Sound geprägt. Aufnahmen aus dem Alltag, Graffiti-Aktionen und immer denselben engen Freund*innenkreis. 

Beats und Texte wirken zeitlos, weil sie Wahrheiten widerspiegeln, die noch immer gelten: Klassengesellschaft, Armut, Rassis…