Fibromyalgie – der rätselhafte Faser-Muskel-Schmerz
Unsere Autorin hat Fibromyalgie. Sie erzählt von ihrer jahrelangen Suche nach einer Diagnose – und fragt sich, als es ihr besser geht, ob sie die oft verkannte Krankheit geknackt hat.
Am 9. Januar 2026 jährte sich meine Fibromyalgie-Diagnose zum ersten Mal – und ich habe es nicht einmal bemerkt. Angesichts der Mühen, die mich die Diagnose gekostet hatte, war ich über mich selbst überrascht. Doch eigentlich war das ein gutes Zeichen: Die Schmerzen drängen sich derzeit nicht in den Vordergrund. Und schon kam mir ein Gedan-ke: Habe ich das Geheimnis der Fibromyalgie geknackt?
Natürlich nicht. Wie auch? Fibromyalgie bleibt selbst für die Medizin ein Rätsel. Das Syndrom, dessen Name „Faser-Muskel-Schmerz“ bedeutet, erkannte die Weltgesundheitsorganisation 1992 an. Seit 2022 steht es in der internationalen Krankheitsklassifikation – unter „chronischen primären Schmerzen“. „Primär“ heißt: Ursache unbekannt. „Chronisch“: nicht heilbar.
Einen Test für Fibromyalgie gibt es nicht: Röntgen, MRT und Labor bleiben unauffällig. Die Diagnose erfolgt klinisch anhand einer ausführlichen Anamnese – auch weil neben diffusen Schmerzen häufig weitere Symptome auftreten, wie Erschöpfung, Depressivität und Schlafstörungen. Zuvor müssen Ärzt*innen andere Erkrankungen ausschließen, vor allem Rheuma und Depressionen. Obwohl Fibromyalgie inzwischen als „positive syndrombasierte Diagnose“ gilt, betrachten sie viele in der Medizin noch als „Ausschlussdiagnose“ – oft mit dem Zusatz „nur“, als handle es sich um ein Verlegenheitsetikett für medizinische Rätsel.
Unklar ist auch, wer im Gesundheitssystem für uns Betroffene zuständig ist. Wir irren zwischen Rheumatologie-, Neurologie- und Schmerztherapiepraxen umher. Nicht selten werden wir abgewiesen – mit der lapidaren Begründung, für Fibromyalgie-Patient*innen gebe es keine Kapazitäten.
Bei mir begann es im Rumpf, dann folgten Rücken, Nacken, Hüfte, Beckenboden. Eine Körperre…