Das Leben vor dem Tod
Von

von Bahar Sheikh
Die erste Staffel der animierten Serie „Long Story Short“ ist eine nicht-lineare, mehrgenerationale Geschichte über die Schwoopers, eine jüdisch-amerikanische Familie. Die Serie begleitet die Geschwister Avi, Shira und Yoshi durch ihre Leben: Yoshi stellt bei seiner Bar-Mizwa kiffend fest, dass es Gott nicht gibt, Shira versucht, ihre zögerlich-chaotischen Brüder zur Samenspende zu bitten, um ein Kind mit ihrer Partnerin haben zu können, und Avi wird zum Abenteurer, als an der Schule seiner Tochter wilde Wölfe lauern. Auch ihrer Mutter Naomi ist eine Folge gewidmet, ebenso wie Shiras Partnerin Kendra, die in einer Krise zum Judentum konvertiert.
„Wir [Juden] leben kein erfülltes, sinnvolles Leben, um später dafür belohnt zu werden. Man lebt sein Leben eben, um ein erfülltes, sinnvolles Leben zu leben.“, erklärt Familienvater Elliott seinen wenig beeindruckten Kindern in der ersten Szene. Die fünfköpfige Familie sitzt im Auto auf dem Weg zur Beerdigung der Großmutter. Die letzte Szene spielt 24 Jahre später auf der Trauerfeier des Onkels. Shiras Frustration darüber, dass die Trauerfeier ihrer Mutter, die 2020 an Corona gestorben ist, über Zoom abgehalten wurde, findet genauso Platz wie die Anti-Verleugnungshaltung der Familie, die Masken in geschlossenen Räumen in der Öffentlichkeit trägt, als das sonst niemand mehr tut. „Long Story Short“ thematisiert die Corona-Pandemie, die das Leben vieler Menschen seit Jahren bestimmt und viele das Leben gekostet hat, aber in anderen Serien entweder ausgelassen wird oder als „überwunden“ gilt.
Auch darüber hinaus schafft es Creator Raphael Bob-Waksberg wie auch schon bei „Bojack H…