von Ulla Heinrich

Moingiorno,

um ehrlich zu sein, hatte ich mir vorgenommen, euch in dieser Kolumne einen sachlichen Einblick in meine Planungen für die Finanzen und Marketingkampagnen rund um Missy zu geben. Ich blocke mir für solche Themen Fokustage und versuche, mich dann von Slack, Ablenkungen und dem Missy-Team fernzuhalten. Aber: Keiner dieser Tage hat bis jetzt stattgefunden, da immer dringendere Aufgaben dazwischengekommen sind. Geschäftsführung sein ist wenig glamourös, sondern eher wie ein Computerspiel mit geheimen Leveln, unerwarteten Falltüren und absurden Side Quests. In nächster Zeit sieht’s aber ganz gut aus für meine Fokusarbeit. Drückt mir bitte die Daumen. 

Als Missy-Team probieren wir jetzt etwas Neues aus: eine Supervision! Wir haben im letzten halben Jahr gemerkt, dass wir bestimmte Konflikte und Reibungen nicht mehr allein innerhalb unserer Strukturen geregelt bekommen. Denn schockierenderweise gibt es auch in feministischen Kontexten und auch, wenn alle sich ganz, ganz dolle Mühe geben, Dissens, Konflikte und Verletzungen. Und dieser Dissens lässt sich nicht allein durch Wohlwollen auflösen. Als ich bei Missy angefangen habe, dachte ich – im Nachhinein sehr naiv –, dass der gemeinsame Kampf für „die gute Sache“ uns ausreichend zusammenschweißen würde, sodass größere Konflikte ausbleiben. Außerdem arbeiten wir ja ohne cis Männer, das heißt, ein massiver Konflikt- und Belastungsfaktor fällt weg. Mittlerweile weiß ich, dass auch Teams wie unseres, in denen feministische Werte Konsens sind und in denen es strukturell viel Solidarität gibt, professionelle Unterstützung brauchen. Also hatten wir unsere erste Sitzung mit unserer*m neuen Team-Supervisor*in. Die…