Das alltägliche Gift
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Eine Handvoll Öl- und Chemiekonzerne dominiert die globale Plastikproduktion, darunter das US-amerikanische Unternehmen ExxonMobil und das deutsche Unternehmen BASF. Es ist bekannt, dass sie nicht gerade ökologisch nachhaltig agieren. Wie legitimieren sie ihre umweltschädlichen Güter? In erster Linie mit der Behauptung, dass wir Wirtschaftswachstum brauchen. Sie nutzen eine Öffentlichkeitsstrategie, die die niederländische Stiftung Changing Markets Foundation als „verwirren, verzögern, verhindern“ bezeichnet hat. Wir kennen das aus der Tabakindustrie: Da streuen die Unternehmen Zweifel an wissenschaftlichen Erkenntnissen, und das machen die Plastikproduzent*innen genauso etwa bezüglich der Gesundheitsschädlichkeit, oder sie verweisen auf Scheinlösungen, z. B. dass wir uns aus der Plastikkrise herausrecyceln können, ohne dass Innovationskraft in flächendeckende Mehrwegsysteme oder in die Reduzierung von Plastik gesteckt werden müsste. Gleichzeitig versuchen sie, Plastik ein positives Image zu verleihen: Es sei so „leicht und langlebig“, dabei verschärft ebendiese Langlebigkeit das Umweltproblem. Besonders eindrücklich war eine Kampagne bei den Verhandlungen zu einem Plastikabkommen auf UN-Ebene in Ottawa, Kanada. 2024 fuhren dort Lkws herum, auf denen stand: „Plastic Covid Hero“ oder „Plastic Keeps Food Safe“.
Die Umweltversammlung der Vereinten Nationen hat 2022 begonnen, ein globales Plastikabkommen zu planen. Worum geht es da? Mit der Resolution 5/14 „End Plastic Pollution“ will die UN ein international verbindliches Abkommen zur Bekämpfung der Plastikverschmutzung entlang des gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen schaffen. Ziel ist es, ihre Auswirkungen auf Umwelt, Klima und Gesundheit deutlich zu reduzieren. Es handelt sich schließlich um ein globales Problem: Plastikmüll wird über Grenzen hinweg verschifft (z. B. auch in Form von Altkleidern), landet auf Deponien mit schlechten Sicherheitsstandards, wird von informellen Arbeiter*innen sortiert und recycelt und dann wieder exportiert. Dafür braucht es globale Lösungen.
Die Verhandlungen für ein solches globales UN-Abkommen zur Plastikreduktion sind im August 2025 vorerst gescheitert. Sind die Lobbyist*innen also erfolgreich? Ih…