Flüssiges Gold
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Es ist ruhig auf dem Gelände der Frauenkooperative. Kein Geräusch dringt aus den drei flachen, weißen Gebäuden, die im Halbkreis um einen Arganbaum gruppiert sind. Eine Tür steht offen, in dem dunklen Raum befindet sich der kleine Laden der Kooperative Ajddigue, etwa fünfzig Kilometer südlich vom touristischen Zentrum Essaouira entfernt. Einfaches Arganöl verkaufen die Frauen hier, aber auch Seifen, Cremes oder Brotaufstriche mit dem kostbaren Öl. Seit 2021 ist das für ausländische Tourist*innen die einzige Möglichkeit, die Produkte der Kooperative zu kaufen, sagt Geschäftsführerin Zahra Knabo später bei einem Tee. Die Arganöl-Produktion ist eine jahrhundertealte Tradition der Frauen der Imazighen.* Doch Corona-Krise, Klimawandel und Druck durch internationale Konkurrenz machen es den Kooperativen immer schwerer.
„Nachdem wir während der Corona-Lockdowns schließen mussten, haben wir einen Großteil unserer Kund*innen verloren“, sagt Knabo. Seitdem könne die Kooperative nicht mehr mit der Konkurrenz mithalten. Ajddigue war eine der ersten Kooperativen, die sich Mitte der 1990er-Jahre gründeten. Früher hätten hier fünfzig Frauen gearbeitet, sagt Knabo, in diesem Jahr seien es nur noch zehn. Denn obwohl Arganöl, das „flüssige Gold Marokkos“, weltweit für Kosmetikprodukte verarbeitet und in Europa gerne in der gehobenen Küche verwendet wird, profitieren die Frauenkooperativen in Marokko nicht von dem Erfolg.
Ajddigue ist nicht die einzige Kooperative, die Probleme hat. Von den ursprünglich über achthundert Kooperativen seien derzeit noch etwa sechzig in Betrieb, sagt die Professorin Zoubida Charrouf von der Universität Rabat. Die Chemikerin forscht seit Jahrzehnten zu Arganöl. Während die Kooperativen aufgrund der Hygienemaßnahmen in der Pandemie kaum a…