Lesbische Cops und tote hetero Männer
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Um gleich zwei Dinge klarzustellen: Kate McLennan und Kate McCartney, die Schöpferinnen der feministischen Noir-Comedy-Serie „Deadloch“, heißen wirklich so. Eine Stadt namens Deadloch, wo die erste Staffel spielt, gibt es in Tasmanien dagegen nicht. Wahr aber ist, dass in dem australischen Insel-Bundesstaat bis in die 1990er-Jahre überaus repressive Anti-LGBT-Gesetze galten und er heute wiederum einen besonders queerfreundlichen Ruf genießt. In „Deadloch“ lässt sich diese Wandlung anhand der unterschiedlichen Bewohner*innen des Küstenörtchens nachvollziehen, etwa wenn beim Stadtfest der Chor zugezogener weißer Lesben seine Orgasmus-Performance zwischen alteingesessenen Homofeind*innen und noch älter eingesessenen Palawa aufführt.
Zu den zugezogenen Lesben gehören auch Dulcie (Kate Box) und ihre Frau Cath (Alicia Gardiner). Dulcie ist Cop und sieht sich mit einer Reihe ermordeter Männer konfrontiert, alles misogyne Mistkerle. Zur Unterstützung bei den Ermittlungen reist aus Darwin (gibt es tatsächlich) die laute und immerzu vor sich hin fluchende Eddie an, gespielt von der neuseeländischen Comedienne Madeleine Sami. Mit weirdem Humor werden vertraute sexistische Thrillermotive aufgespießt; die Dynamik zwischen Dulcie und Eddie etwa ist eine offenkundige Parodie auf die tausendmal gezeigten Männergespanne aus nachdenklichem und forschem Cop, die brutale Frauenmorde untersuchen (man denke an die erste Staffel von „True Detective“). Bei „Deadloch“ sind dagegen nahezu alle handlungstreibenden Figuren weiblich oder nicht-binär, es gibt Lesben wie Sand am tasmanischen Meer, an dessen Strand immer mehr tote hetero Männer angespült werden.
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