© Tea Stražičić

Es gibt Menschen, deren gebärfähiger Körper für sie Nährboden einer tiefen Angst ist. Zu ihnen gehören zwei Frauen, um deren Erfahrungen es in diesem Artikel geht. Sie heißen hier Anna und Mira. Das, was sie u. a. mit „innerem Terror“, „Todesangst“, „Selbstverletzung“ und „Freiheitsberaubung“ beschreiben, ist medizinisch unter den Begriffen „Fear of Childbirth“ (FOC) oder „Tokophobie“ bekannt. Schwangerschaftsangst kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und reicht von der Forderung nach freier Lebensgestaltung bis hin zu einer klinisch relevanten Phobie. 

Anna wusste schon mit 15: Sie will keine Kinder. Sie verhütete doppelt und kompromisslos. Unsensibles bis sexuell gewaltsames Verhalten ihrer Intimpartner löste dann eine tiefe Angst vor einer Schwangerschaft aus. Zeitweise vermied sie Intimkontakte und Beziehungen, sie entwickelte einen regelrechten Ekel, mit Männern Sex zu haben; und obwohl sie zu dieser Zeit enthaltsam lebte, führte sie routinemäßig Schwangerschaftstests durch. Es ging lange nicht mehr um biologisch Mögliches, sondern um eine mentale Vergewisserung und das Gefühl der Erleichterung, das damit einherging. Sie hatte zu dem Zeitpunkt noch keinen Begriff für diese Angst und kein Wissen darüber, wie weitverbreitet sie ist.

Eine Metaanalyse von Anfang 2026 kommt zu dem Resultat, dass weltweit etwa 16,5 Prozent der Schwangeren von schwerer Tokophobie betroffen sind. Die Ursachen und Ausprägungen von Geburtsangst variieren dabei stark nach Region, Kultur und individuellen Erfahrungen. 2000 d…