Styleneid: Lee Mosely
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Welches Kleidungsstück verkörpert dich am besten? Meine Schuhe sind mein Signature Piece. Ich stelle meine Outfits meistens um sie herum zusammen. Früher waren es Hüte, aber seit ich mir den Kopf rasiert habe, sind meine Haare mein Hut. Trotzdem sind Schuhe mein zentrales Element geblieben. Mein Favorit sind meine „Rick Owens“.
Welche Materialien trägst du am liebsten? Vintage-Leder. Ich finde Kleidung spannend, die bereits ein eigenes Leben hatte und Spuren davon trägt, fast so, als hätte sie einen sentimentalen Wert. Verändert sich dein Stil je nach Lebensphase? Mein Stil spiegelt meine jeweilige Lebensphase wider. Letztes Jahr bin ich viel umgezogen und hatte wenige Kleidungsstücke dabei. Ich musste lernen, kreativ damit umzugehen. Mein Stil wurde praktisch. Jetzt, wo ich mehr Stabilität und kreative Freiheit habe, kann ich neue Seiten an mir entdecken.
Künstler*innen sind dauernd visuellen Reizen ausgesetzt. Viele reagieren darauf, indem sie ihren Wohnraum oder ihren Stil radikal simplifizieren. Wie navigierst du das? Ich umgebe mich nur mit Dingen, die mir wirklich Freude machen. Mein Atelier ist nostalgisch, voller Figuren und Cartoons, die mich inspirieren, während mein Schlafzimmer neutral gehalten ist. So kann ich im kreativen Raum die visuelle Reizüberflutung zulassen, aber zu Hause abschalten. Ähnlich ist es mit meinem Stil: Ich habe im Grunde etwa 15 „Uniformen“, also Outfits, die sich über die Jahre bewährt haben. Accessoires wie eine Tasche oder ein Anstecker bringen wieder frischen Reiz. Sie verwandeln etwas Alltägliches in etwas Ausdrucksstarkes.


Du bist in San Francisco aufgewachsen, hast in L. A. gelebt und wohnst nun in New York. Wie hat das deinen Stil beeinflusst? San Francisco, die Stadt der Hippies – meine Oma ist eine davon – prägt mich bis heute: frei, naturverbunden, künstlerisch. In L. A. habe ich Anpassungsdruck verspürt. New York dagegen empfinde ich wieder als befreiend: Ich kann mich anziehen, wie ich will, ohne unangenehme Reaktionen zu bekommen.
Dieser Text erschien zuerst in Missy 03/26.