Porträtfoto der Musikerin Mariybu im Freien. Sie hält ihre Hand nah in die Kamera und zeigt den ausgestreckten Mittelfinger. Auf dem Fingernagel ist eine Bratwurst quer aufgespießt. Die Pose wirkt provokant und humorvoll zugleich.
© Karo Jackowska

Das Album dreht sich eigentlich nur um cis Männer“, sagt Mariybu im Interview und lacht. „Ich hatte letztes Jahr richtig viel Hass auf das Patriarchat und habe das in den Songs aufgearbeitet.“ Die Berlinerin singt sowohl über ihre eigenen Erfahrungen und die ihrer Freund*innen als auch über das weltpolitische Geschehen. Ihr Coping-Mechanismus sei es, ernsten Themen mit Humor zu begegnen, denn: „Wie soll man das sonst aushalten?“ Das Ergebnis ist ein wütendes, ironisches, aber auch empowerndes Manifest. Zuvor veröffentlichte sie 2023 ihr Hyperpop-Debüt „SLAYBAE“ (2023) und machte sich mit den Platten „ein tag göttin“ und „kein ponyhof“ (beide 2025) im Fotzenmusik-Genre einen Namen.

Musikalisch bewegt sich ihr drittes Album zwischen Hyperpop und Rap, ergänzt durch Hardstyle-Elemente im Track „Kleptomanin“. Die verträumten Klänge vom „schlaflied“ erinnern dagegen eher an Dreamwave. „Ich habe alle Songs und Sounds auf die Platte gepackt, die ich mag“, so Mariybu. Ihre Texte entblößen mit einer guten Menge Sarkasmus gesellschaftliche Doppelmoral. „Ich provoziere einfach gerne“, sagt Mariybu mit einem Grinsen. Seit sie 2024 ihr eigenes Label Tanga Tunes gegründet hat, könne sie sich kompromissloser ausdrücken. Ihre Musik ist komplett „DIY“. Vom Texte-Schreiben bis zum Beat-Bauen habe sie sich alles selbst beigebracht. 

Passend zum diesjährigen Feministischen Kampftag erschien die Singleauskopplung „Nicht alle Männer“, ein Feature mit Rapperin Ebow, in welchem beide sexuelle Übergriffe und Täterschutz anprangern. „Es sind nicht alle Männer, aber es ist immer ein Mann“, heißt es im Song, der seither meh…