Foto: Müllwerkerin Anne Appel vor einem BSR Fahrzeug.
© Juliette Moarbes

Wie bist du Müllwerkerin geworden? 

Relativ spontan. Ich war 35, habe bei einer Tankstelle gearbeitet und wollte langfristig vom Nachtdienst weg. Da hat die BSR gerade eine Stelle ausgeschrieben. Ich dachte, Tonnen zum Laster schieben, warum nicht?        

Was war die größte Herausforderung? 

Es ist eine Männerdomäne, man wird als Frau schon sehr beäugt und muss verhältnismäßig ein bisschen mehr leisten. Es gibt auch einen Fitnesstest, den man bestehen muss. Unabhängig von der Leistung ist die Frage, ob man vom Team akzeptiert wird. Das ist manchmal wie ein Sechser im Lotto. 

Was macht dir Spaß? An der frischen Luft zu sein. Ich bin jetzt Kraftfahrerin und habe als einzige Frau auf dem Recyclinghof eine eigene Tour. Darauf bin ich stolz. Die Leute draußen freuen sich immer, wenn sie ein Müllauto sehen, und eine Müllfrau erst recht. 

Was nervt? Wenn mal eine Ratte aus der Tonne springt. Und natürlich Stau!

Haltet ihr als Frauen zusammen? Überwiegend schon. Wir sind nur etwa sieben auf dem Hof, haben unsere eigenen Bereiche separat von den Männern. Das schweißt zusammen.

Dieser Text erschien zuerst in Missy 03/26.