Afrofuturistische Musik
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Wer hierzulande den Namen Dua Saleh erwähnt, bekommt meist zu hören: „Ach, das ist doch die Person aus ‚Sex Education‘, oder?“ Die Figur des*der nicht-binären Schüler*in Cal Bowman machte Saleh 2021 international bekannt. Für die Netflix-Serie hatten die Produzent*innen gezielt nach nicht-binären Künstler*innen gesucht und sich an Salehs Musikmanagement gewandt. Saleh brillierte in der Rolle. Doch Schauspiel war eigentlich nie das Ziel. Und mittlerweile überstrahlt Salehs Karriere als Musiker*in und Dichter*in die Netflix-Ära bei Weitem. Am 15. Mai ist das neue Album „Of Earth And Wires“ erschienen. Zeit für ein Gespräch mit dem sudanesisch-amerikanischen Multitalent.
Saleh sitzt in Los Angeles über den Laptop gebeugt und schaut in das Zoom-Fenster und dann durch das echte Fenster ins Freie. Es ist Freitagmorgen, Frühlingsanfang und Eid al-Fitr. Saleh überlegt, was der Tag bringen könnte: Kino vielleicht, oder die Mall, wie früher in der Highschool. Wahrscheinlich allein, die meisten Freund*innen vor Ort seien nicht muslimisch. „Ich bin nicht wirklich religiös, aber ich sollte ein bisschen feiern.“
Saleh wurde in Kassala geboren, der Lyrikhochburg des Sudan. Als Saleh fünf war, floh die Familie vor dem sudanesischen Bürgerkrieg nach Saint Paul, Minnesota. Aber schon vorher, mit drei Jahren, dichtete Saleh erste Verse. Die Stimmen von Frauen prägten sich Saleh ein, etwa die der Mutter beim Koranrezitieren. Noch in der Jugend lernte Saleh auch, sich zu verstecken. Musste es lernen. Als Salehs Mutter einmal LGBTIQ-Flyer im Rucksack fand – Saleh war damals stolze*r Vizepräsident*in der schulischen Gay-Straight-…