Porträt des Autors.
© David Evans

Ein Wal steckt in der Themse fest.“ So beginnt „Hitzetage“ und die gestrandete Kreatur begleitet durch den Roman. „Der Wal bedeutet schlechte Nachrichten. Anklagend hebt er den Finger. In den starren Augen des Wals ist niemand unschuldig. Du, erklärt der Wal, bist moralisch, spirituell und ökologisch bankrott. Zwar lebt der Wal noch, aber nur knapp.“

Spricht der Wal damit die zur humoristischen Introspektion neigenden Figuren in diesem Roman an, die dieses Urteil natürlich ernsthaft reflektieren würden? Die aus dem englischen Basildon stammenden und in London wohnenden Millennials Phil, Maggie, ihr Freund Ed und ihr Freund*innenkreis erleben ein Wochenende mit Höhen und Tiefen. Die schwangere Maggie und Ed haben sich entschieden, London zu verlassen, um sich ein Baby leisten zu können. Phil ist in eine schwule Dreiecksbeziehung verstrickt. Seine irische Mutter Rosaleen, die in Basildon wohnt, hat Krebs und besucht ihn. Geheimnisse sorgen für Spannung und haarsträubende Dialoge voller Subtext, bei denen man die Figuren am liebsten schütteln würde. 

Es ist ein Großstadtroman. Oisín McKenna, preisgekrönter Spoken-Word-Künstler und Autor, erzählt vom Sehnsuchtsort London, den sich die Sehnsüchtigen 2019 nicht mehr leisten können. Maggies Schwangerschaft wirft die große Frage auf, ob Vater-Mutte…