Aus den Geschichtsbüchern gestrichen
Von

Jehane Ragai, Aziza Ragai Ellozy: Wie hat Ihre Mutter Sie geprägt?
Jehane Ragai: Es gab in ihrem Leben zwei Phasen. Vor 1957, als sie aus Protest gegen Nasser in den Hungerstreik trat und deshalb dann unter Hausarrest gestellt wurde. Und nach 1957. Die Würde, mit der sie damit umging, hat mich geprägt.
Aziza Ragai Ellozy: Sie war eine Visionärin. Sie passte nicht in ihr Jahrhundert und schon gar nicht in dieses Land. Aber sie liebte Ägypten. Sie sagte, dass es ihre Lebensaufgabe sei, etwas für das Land zu tun. Auch wenn es einem als Kind natürlich auch zusetzt, wenn die Mutter diesen Fokus hat. Aber man kann nicht anders, als jemanden zu bewundern, der so mutig ist. Ihre Werte waren sehr stark, und ich glaube, das war das Wichtigste. Ihr Vermächtnis liegt vor allem in ihrem feministischen Engagement. Erst später wurde auch ihre Haltung gegenüber Nasser gewürdigt. Sie bezeichnete ihn als Diktator – zu einer Zeit, als er noch äußerst beliebt war. Sie war der Ansicht, dass wir von der Demokratie abgewichen seien, an die sie fest glaubte.
Welchen Einfluss hatte die Zensur auf Ihre Mutter?
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