Mozart, Vivaldi, Fauré. Bis heute ist der Klassikbetrieb von eurozentrischen Bildern
geprägt. Yudania Gómez Heredia, Dirigentin der Tour von Popstar Rosalía, will das ändern.
Wir sind in d-Moll, das ist eine sehr requiemische Tonalität“, sagt Yudania Gómez Heredia zu Beginn des dreiminütigen Videos, das sie im November vergangenen Jahres auf Instagram veröffentlicht. Die damals 31-Jährige sitzt an einer Orgel, analysiert den Song „Berghain“ des Musikstars Rosalía, in dem es von Klassikreferenzen nur so wimmelt. „Bei ,Seine Angst ist meine Angst‘
ändert sich die Harmonie“, erklärt sie, während sie fast nebenbei Sequenzen des Liedes auf der Orgel nachspielt. Sie zeigt, welche Elemente von Mozart, Vivaldi und Fauré entlehnt und wo improvisierte Popelemente eingebaut sind. Innerhalb kürzester Zeit geht ihr Video auf Social Media viral – und erreicht auch Rosalía, die Yudania Gómez Heredia kurzerhand kontaktiert. Nur wenige Monate später leitet Gómez Heredia während Rosalías gesamter „Lux“-Tour als Dirigentin das britische Heritage Orchestra. Für viele Fans wird Yudania zum Co-Star: Sie dirigiert nicht nur – sie tanzt, sie performt und reißt ganze Stadien mit.
Gómez Heredia wurde in Villa Clara, in Kuba, geboren. Noch in ihrem Heimatland studierte sie Gesang, Musiktheorie, Chorleitung und Komposition, bevor sie ein Austauschprogramm 2015 nach Bayern und dort zum Studium der Kirchenmusik mit Schwerpunkt Orgelimprovisation und Orchesterleitung führte.