© IMAGO / Cover-Images

2020 gewann Dan Levy für seine kanadische Comedy-Serie „Schitt’s Creek“ gleich vier Emmys: als Autor, Regisseur, Schauspieler und Produzent. Eine Wohlfühlserie, die etwas Seltenes tat: Sie erzählte eine queere Liebesgeschichte, ohne sie zu dramatisieren, und wurde so zum Gegenmodell der traumabasierten queeren Narrative. David Rose (Levys Figur, pansexuell, modebewusst, chronisch überfordert) wird von seiner Umwelt mit einer Selbstverständlichkeit behandelt, die im Fernsehen lange selten war.

Levy wollte, sagte er, „einen Raum schaffen, der nur eine freundlichere Projektion unserer Welt zeigt, eine Stadt, in der sich niemand Sorgen machen muss, wer er ist, um akzeptiert zu werden“. Als junger Mann dachte er, er müsse sein Schwulsein geheim halten, weil ihm in der Popkultur Vorbilder fehlten. „Schitt’s Creek“ war also auch eine Antwort: die Welt zu bauen, die er selbst gebraucht hätte.

Auch Mode spielt darin eine Rolle. Levy arbeitet eng mit Designer*innen zusammen und verantwortet große Teile der Kostüme von „Schitt’s Creek“ selbst. David Roses schwarz-weiße und monochrome Designer-Looks, die übergroßen Brillen und dramatischen Silhouetten wirken deshalb weniger wie bloßes TV-Styling als wie eine Verlängerung von Levys eigener Idee queerer Sichtbarkeit.

Was nach dem Emmy-Triumph folgte, war die Ernüchterung. Nuancierte Rollenangebote blieben aus. Der 42-Jährige bekam vor allem Variationen s…