Ausschnitt Filmszene: eine hand mit Schwert ragt aus dem Wasser.
© Mubi

Slasher-Filme sind von einem Schematismus geprägt wie kaum ein zweites Horror-­Subgenre. In Fortsetzung um Fortsetzung jagen maskierte, meist als behindert oder queer markierte Killer campende Teens, die ihre Sexualität erkunden – oft, um diese Teens dann mit einem spitzen Objekt zu durchbohren. Die Reflexion über die Motive, die so hartnäckig sind wie ihre messerschwingenden Schreckgestalten selbst, ist Gegenstand zahlloser Meta-Kommentare, Parodien sowie eines lebhaften feministischen Diskurses. 

Der neue Film von Jane Schoenbrun, Regisseur*in von „We’re All Going To The World’s Fair“ und „I Saw The TV Glow“, stürzt sich mit großer Liebe in dieses blutige Gemenge. „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“ folgt der jungen Indie-Regisseurin Kris (Hannah Einbinder), die mit der Neuauflage der fiktiven Slasher-Filmserie „Camp Miasma“ betraut wird. Seit ihrer Kindheit ist Kris von der langlebigen Reihe fasziniert, bezeichnet sie sogar als ihr Queer Awakening. Besonders besessen ist sie vom Blick der Hauptdarstellerin des ersten Teils, Billy Preston (Gillian Anderson). Um sie zu treffen, reist Kris in die Nähe der US-kanadischen Grenze, wo die Schauspielerin zurückgezogen am Original-Drehort lebt. Zwischen den Blockhäusern am zugefrorenen See beginnen Fiktion und Wirklichkeit sich allmählich anzunähern. 

Nachdem Schoenbrun sich zuvor in „I Saw The TV Glow“ drastisch mit der Schreckenserfahrung verschleppter Geschlechterdysphorie …