Lesben in der Trouser Town
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Hinter dem Tresen eines englischen Pubs verengen sich die blauen Augen der Betreiberin: „Hebden Bridge ist ein Ort zum Sterben“, sagt Elisabeth „Liz“ Paton. Ihr Lachen erfüllt den biergeschwängerten Raum. Weitere Lacher von der Bar stimmen mit ein. Was Liz zu sagen hat, sollen ruhig alle hören: Hier komme man mit seiner Partnerin hin, mit Familie. So ein Ort sei das. „Ein Ort, an dem man als Lesbe in den Ruhestand gehen kann“, schießt Liz hinterher.
Passend zum Lachen zerplatzen die Kohlesäureblasen in den Pintgläsern, die im The Drink über die Theke wandern.
Hebden Bridge, keine Stunde Zugfahrt von Manchester entfernt, ist eine typische Kleinstadt, wie man sie in Yorkshire häufig findet: malerischer Flusslauf mit quakenden Enten, alte Fabrikschornsteine, Bäckereien mit deftig gefüllten Pies – und eine überproportional hohe Dichte an Pubs, dafür, dass hier nur 5200 Seelen leben. Eine Yorkshire Town wie jede andere, würde ihr da nicht ein Ruf vorauseilen: Hebden Bridge gilt als die lesbische Hauptstadt Englands. Mitten auf dem platten Land. In Großbritannien hat sich das politische Klima für queere Menschen in den letzten Jahren verschärft. Reformen zur rechtlichen Anerkennung von trans Identitäten wurden ausgebremst oder zurückgenommen. Konservative Politiker*innen stellen queeres Leben immer wieder infrage. Hebden Bridge verspricht dagegen eine Kleinstadt zu sein, in der queere Personen …