Maraam Tarraf: Shootingstar der Unterhaltungsszene
Von TikTok über „Datteltäter“ bis auf die Stand-up-Bühne: Im Interview spricht Maraam Tarraf über Humor und Politik, ihren feministischen Vater, Selbstbewusstsein und darüber, warum sie sich mehr Geschichten über Hijabis abseits von Klischees wünscht.
Maraam, über deine Comedy lachen Hunderttausende. Worüber lachst du eigentlich?
Ich finde viele Dinge lustig. Z. B., wenn jemand gut parodiert und Rollen spielt, weil ich das auch gerne mache. Die Entertainerin in mir denkt dann oft: Ey, darauf hätte ich auch kommen können! Und ich liebe Sitcoms, bei denen man sich in die Charaktere verlieben kann. Wenn alle individuell witzig sind, aber als Gruppe besonders gut funktionieren. „Modern Family“ ist ein gutes Beispiel.
Was macht guten Humor für dich aus?
Wenn Menschen sich selbst auf den Arm nehmen und über sich lachen können,
ist das für mich Top-Humor. Comedic Timing und die Fähigkeit, einen Raum zu lesen, sind auch superwichtig: Passt es gerade, ist das der richtige Zeitpunkt? Außerdem achte ich sehr darauf, nicht nach unten zu treten. Gerade als Hijabi weiß ich, wie es ist, wenn Witze über einen selbst gemacht werden. Wenn du nur dann lustig bist, wenn du dich über andere lustig machst, bist du vielleicht gar nicht so lustig, wie du denkst.
Kann Comedy politische Veränderung bewirken?
Hundert Prozent. Wenn sich alle etwas weniger ernst nehmen würden, wäre die Welt sicher ein entspannterer Ort. Humor ist die eine Sache, die uns alle verbindet – klar, jeder hat seinen eigenen, aber wir alle lieben es, zu lachen. Politische, unangenehme Themen lassen sich gut in Witze verpacken, genau das machen wir ja bei den Datteltätern. Da geht es oft um Alltagsrassismus. Das kennen …