© Gorata Fiona Gleim

Ich hatte mir diesen Kommentar einfacher vorgestellt. Wie viel Begehren bleibt nach der Geburt eines Kindes? Das Thema betrifft viele Eltern und doch kaum jemand spricht darüber. Was bedeutet es für die Paarbeziehung, sich plötzlich um einen anderen Menschen zu kümmern? 

Die Geburt war schrecklich. Danach fühlte sich mein Körper lange an wie ein Teigklumpen und war nicht mehr mein Zuhause. Stattdessen beheimatete ich die Bedürfnisversorgung meines geliebten Babys. Hormone, Blues, Überreizung, Schlafmangel, Geister aus der Kindheit, die mich plötzlich heimsuchten. Mit platten Reifen schlingerte ich durch den Alltag. Von Begehren keine Spur. Mein Partner und ich waren im Überlebensmodus. 

Elternwerden bedeutet eine Transformation, eine Krise sowohl auf individueller Ebene als auch auf Paarebene. Unsere Beziehung hatte sich verändert. Der Raum für liebevolle Nähe und Sexualität schrumpfte. Statt Teamgefühl wetteiferten wir um Anerkennung von Leistung und den größeren Schlafmangel. War der Mangel an Begehren das Problem? 

In der Auseinandersetzung damit stieß ich auf den Sexualtherapeuten David Schnarch. In „Die Psychologie sexueller Leidenschaft“ las ich, dass die meiste…