Sich Hand in Hand ins Wasser werfen
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Es ist heiß. Die sommerlichen Temperaturen in Mitteleuropa gleichen sich denen des Südens an. Hierzulande berührt das die Lebensrealität von jüngeren, gesunden Menschen noch in vergleichsweise geringem Maße, der Beginn eines Sommers fühlt sich für sie immer noch verheißungsvoll an. Doch unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung steigt die Zahl der Hitzetoten seit Jahren kontinuierlich (siehe auch Seite 59), vor allem
ältere und gesundheitlich geschwächte Menschen sterben. Wir gehen in das Zeitalter der Hitze und damit auch der gespaltenen Erfahrungen.
Wie jede Jahreszeit war Sommer bisher in unseren Breitengraden zyklisch prägende Erfahrung. Und auch das Wetterphänomen Hitze ist aufgeladen – sie kann Metapher sein, sexuelle Fantasie oder an die Natur als Macht erinnern. Doch was lange mit Vorstellungen des Südens, mit Fernweh und Urlaubsfantasien verbunden war, wird in diesem Jahrzehnt zur alltäglichen Erfahrung. Hitzewellen treten immer früher auf, sie halten länger an und werden häufiger. Stehen wir an einem Schwellenmoment, an dem Hitze ihren Charakter der Ausnahme verliert?
Lange existierte die Erderwärmung vor allem als Prognose oder Modell. Man wusste von ihr, aber solange sich keine konkrete Erfahrung mit ihr verband, blieb sie abstrakt. Das ändert sich gerade. Die Wiener Kulturwissenschaftlerin Eva Horn beschrei…