Styleneid: Jess
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Wie würdest du deine Fashion-Philosophie beschreiben?
Mein Style ist, ich zu sein, weil ich immer trage, was ich fühle. Wenn Leute etwas finden, was aussieht wie ich, sind die immer so: Oh, sieht aus wie Jess!
Du hast in einem Reel gesagt: ,,Ich trage, ich bin.“ Was bedeutet das?
Ich habe früh damit angefangen, mich zu fragen: Was steht mir? Wie komme ich damit rüber? Mir ist aufgefallen, dass meine Identität etwas damit zu tun hat. Ich habe mich immer davor gedrückt, zu verstehen, woher ich komme. Je mehr ich das annehme, desto mehr sehe ich aus wie ich.
Wie drückt sich „Cultural Embracement“ in deinem Style aus?
Mit Schmuck, viel Henna. Mit Farben und Stoffen, darüber, wie ich Sachen kombiniere. Ob es eine enge Jeans ist, ob ich einen Schal dazu trage. Für andere ist es nur ein Schal. Für mich ist es etwas Kulturelles, das dann nur die Leute verstehen, die es eben verstehen. Das finde ich so toll.
Welches Accessoire macht deinen Look komplett?
Diese Kette hier. Ein grüner Opal. Den hat mein Vater meiner Mama vor dreißig Jahren geschenkt, als sie geheiratet haben. Der hört nie auf zu leuchten. Egal, wie wenig Licht darauf scheint. Ich verbinde viel meiner Persönlichkeit mit ihm.
Ein Fashion-No-Go? Früher war es Goldschmuck, weil ich das Gefühl hatte, ich sehe damit zu indisch aus. Bei weißen Menschen sah immer alles clean aus. Bis ich verstand, dass vieles sowieso aus unserer Kultur kommt, dass diese Dinge toll an mir aussehen und dass ich tragen kann, was ich möchte.
Was rätst du Menschen, die ihren Style noch suchen? Alles ausprobieren. Es gibt keine Schublade, außer du bildest sie dir. Man muss auch mal „hässlich“ rausgehen, damit man versteht, dass es genau die Farbe oder Hosenform nicht ist. Es ist wichtig, sich nicht zu stressen. Früher habe ich Turban getragen, dabei war das gar nicht mein Ding. Die Zeit und die Mood machen es.
IG: @25o.clock
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Interview: Fatim Afra Engstfeld
Dieser Text erschien zuerst in Missy 04/26.