Porträt Victoria Linnea
© Hana Huskić

Was machst du als Sensitivity Reader?
Ich prüfe Texte auf diskriminierende Begriffe und Inhalte, meist in Romanen oder Sachbüchern.         

Wer beauftragt dich?
Ich bekomme Anfragen aus unterschiedlichen Bereichen, etwa zu

Dreh- und Hörbüchern. Ich habe auch schon Sensitivity Readings für ein Kartenspiel und für Filmmusik gemacht. Bei den meisten Anfragen geht es darum, zu überprüfen, ob Frauen/Mädchen und BIPoC nur eine Quote erfüllen oder ob sie empowernde Rollen haben. Insgesamt scheint Sensitivity Reading vor allem den Autor*innen wichtig zu sein. Ich berate Menschen zu Themen, die mich selbst auch betreffen, das heißt zu Rassismus allgemein und zu anti-asiatischem Rassismus.                       

Was magst du an deiner Arbeit?
Viele Leute trauen sich nicht, BIPoC-Figuren zu schreiben, weil sie nichts falsch machen wollen. Dann ermutige ich sie, die Figur besser zu verstehen: Wer sind die Eltern und Großeltern? In welcher Community lebt sie? Welche Hobbys hat sie, welche Essgewohnheiten? Das führt dazu, dass die Autor*innen gezielt mit…