Zwei verletzliche Workaholics
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Es brauchte einen 13-jährigen Swiftie um die US-amerikanische Dichterin, Kritikerin und Essayistin Maggie Nelson zu „The Slicks“ zu inspirieren, laut englischem Untertitel eine Abhandlung zu „Ehrgeiz, Autobiografie und Überfluss bei Sylvia Plath und Taylor Swift“. Dieser Swiftie, eine Freundin ihres Kindes, fragte Nelson, ihres Zeichens Lehrkraft an der University of Southern California, beim Knüpfen von Freundschaftsbändern: „Kennst du eigentlich Sylvia Plath?“
Die US-Literatin Plath, die ihren ersten Suizidversuch mit zwanzig Jahren überlebte, bevor sie sich 1963 tatsächlich das Leben nahm, mit einem der größten Popstars unserer Zeit zu vergleichen, ist sinnvoller, als man auf den ersten Blick vermuten mag. So erschaffen bzw. schufen beide in scheinbar kreativer Grenzenlosigkeit: „The blood jet is poetry – There is no stopping it“, bemerkte Plath, die gegen Ende ihres Lebens jede Nacht bis zu sechs Gedichte verfasste, während sie tagsüber zwei Kinder versorgte. Taylor Swift hingegen bricht mit jeder neuen Platte einen Rekord und komponierte ihr aktuellstes Werk zwischen den dreistündigen Shows der „Eras“-Tour.
Nicht nur ihr immenser Output verbindet die beiden, sondern auch die Art und Weise, wie die vornehmlich männliche Kritikerschaft auf sie blickt: mit dem Skript, mit dem weiblicher Produktivität, Subjektivität und Ambition seit jeher begegnet wird, dem routinemäßigen Beschämen dafür, das Priv…