Anderen beim Scheitern zusehen
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Spaß macht das alles nicht. Na ja, doch, manchmal zumindest. Z. B., wenn zwei „Bachelors“ zum ersten Mal aufeinandertreffen. Neuerdings misstraut die Produktion der Strahlkraft eines einzelnen gecasteten Junggesellen offenbar selbst so sehr, dass sie seit ein paar Staffeln zwei davon gleichzeitig ins Rennen schickt. Und wenn die dann in Südafrika voreinander stehen, längst ahnen, dass sie beide Deutsche sind, aber trotzdem noch eine Weile in radebrechendem Englisch ein Urlaubskleingespräch über „the view of the mountain and the ocean side“ betreiben, ist das tatsächlich sehr lustig. Oder wenn im „Sommerhaus der Stars“ ausgerechnet das grässlichste Paar von den viel belachten Underdogs in einer Challenge verdient geschlagen wird und für einen kurzen Moment jene Gerechtigkeit eintritt, die man im echten Leben meist vermisst.
Aber oft macht Reality-TV eben keinen Spaß. Gerade in den vergangenen Jahren ist das Zuschauen immer häufiger zu einer merkwürdig energiezehrenden Tätigkeit geworden. Man ärgert sich, wird wütend und fragt sich, warum man wegen eines Mannes, den man im wirklichen Leben meiden würde, freiwillig so viel Cortisol produziert. Warum kann uns Trash-TV – oder Reality-TV, wenn man das Genre wertneutraler benennen möchte – trotz seines oft so unangenehmen Personals immer noch fesseln?
Die Antwort fällt je nach Untergenre anders aus. Natürlich gibt es die schlicht gebauten, effekthascherischen Brüll- und Beischlafformate, an denen man simple Gaffgelüste stillen und Selbsterhöhung durch Fremderniedrigung praktizieren kann. Die unschönste Erklärung für den anhaltenden Trash-Boom ist: Es kann sich erschreckend behaglich anfühlen, anderen beim Scheitern zuzusehen – vom sicheren Ufer aus einem fremden Schiffbruch zusehend, erleichtert darÃ…