© Lotta Kilian, Jünglinge Film

Seyo Kim ist frisch ausgebildete Staatsanwältin in einer ostdeutschen Stadt. Ihre Wohnung hat sie gerade erst bezogen, die Kartons sind noch unausgepackt. In einer der ersten Szenen muss sie in einem Fall für Freispruch plädieren, aus Mangel an Beweisen. Auf der anderen Seite des Gerichtssaals sitzt ein Mann, der aussieht, als könnte er ein Nazi sein. Die Justiz hat ihre Regeln, das muss auch Seyos Idealismus aushalten.

Schon bald befindet Seyo sich aber auf der anderen Seite des Justizsystems. Als sie durch einen Park radelt, wird sie von einem anderen Fahrer unter einer Brücke von ihrem Rad gestoßen. Ein Komplize des Angreifers bewirft sie von der Brücke mit einem Molotowcocktail. Schnell befreit sie sich von ihrer brennenden Jacke. Trotz des Schocks und ihrer Verletzungen funktioniert sie sofort, weiß, was jetzt wichtig ist. 

Der rassistische Anschlag verändert Seyo. Sie schneidet sich die Haare, scheint rougher und unangepasster aufzutreten als zuvor. Ihre Freundin schenkt ihr eine Kette – eine Art Talisman, den sie fortan immer trägt. Seyo schafft es, einen der Täter vor Gericht zu bringen. Entschlossen, sich zu verteidigen und ihre Angreifer zur Rechenschaft zu ziehen, nutzt sie ihren Zugang zu Informationen in der Staatsanwaltschaft. Ein Kollege wirft ihr vor, sie würde versuchen, sich durch ihre Rolle einen Vorteil zu verschaffen. Doch vielmehr versucht Seyo, die Nachteile, denen sie ausgesetzt ist, auszugleichen. Denn wie bald immer deutlicher wird, gibt es Verstrickungen ihrer Behörde mit den Angeklagten und Unklarheiten in alten Fällen, von denen sie einen Zusammenhang mit ihrem vermutet. Die Fensterfront in Seyos Wohnung ist nun mit Fotos, Aktenauszügen, Zeitungsausschnitten und Notizzetteln bedeckt. 

„Seyo ist eine Frau, die Kontrolle zu ihrem Beruf gemacht hat…