Jorja Smith blickt vor rosafarbenem Hintergrund frontal in die Kamera, glattes dunkles Haar, Neckholder-Top mit grünem Muster.
© Ivor Lawson Adamah

Am hellichten Tag sitze ich im Bus, es ist schwül. Ein Sommergewitter zieht über die Hauptstadt, Blaulicht rast vorbei. Über meine Kopfhörer läuft die melancholische Ballade „Blue Lights“, vor zehn Jahren erschienen. Mein Handy leuchtet auf. Der nächste Song: „What’s Done Is Done“. Vor rot-schwarzem Hintergrund mit drei weißen Sternen schaut Jorja Smith mich an – unbothered, mit ihrer unglaublichen Face Card. So ziert die zweifache Brit-Award-Gewinnerin das Cover ihres neuen Albums „What Are The Odds“.

Es ist ihr drittes Album. Nach dem Debüt „Lost & Found“ (2018) und „Falling Or Flying“ (2023) erschien nun „What Are The Odds“ mit zwölf Songs, komplett produziert von P2J, der schon ihr letztes Album mitgeprägt hat. 

Wo „Falling Or Flying“ introspektiv blieb, sucht Smith hier den Dancefloor in der Fusion von UK Garage, 2-Step, UK Funky und House und verarbeitet dabei schwere Gefühle wie Verlust, Betrug und Einsamkeit. Das Album startet mit „For Life“. Schnelle Hi-Hats und ein hektischer 2-Step-Groove treffen auf warme Streichinstrumente, die zeitlos wirken. In dieser Zeitlosigkeit will Smith bleiben und singt: „I got you / and you got me for life“.

London, wo sie jahrelang lebte und arbeitete, hat Spuren hinterlassen. In „This City“, einem Duett mit Devlin, der darin sein eigenes „London City“ von 2010 zitiert und neu belebt, wird die Größe der Stadt zur Metapher für Erschöpf…