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Die DDR ist seit über 35 Jahren Geschichte; im November 1989 fiel die Mauer, ein Jahr später trat der Einigungsvertrag in Kraft. Doch die Mauer bleibt in den Köpfen – und in den Statistiken. Bis heute verdienen und erben Menschen in Ostdeutschland weniger als ihre westdeutschen Nachbar*innen und beziehen deutlich niedrigere Renten. 

Regelmäßig wandert der Blick in den Osten, wenn gewählt wird, denn hier erzielt die AfD hohe Wahlergebnisse. Immer wieder stellen sich dabei Fragen: Was bedeutet es, sich diesem Teil des Landes zugehörig zu fühlen? Wer darf über den Osten sprechen und was wird über ihn gesagt? Diese Debatte wird seit einigen Jahren öffentlich geführt: 2025 etwa wandte sich das Netzwerk Quote-Ost in einem offenen Brief an die deutsche Film- und Fernsehlandschaft, um eine verbindliche Quote für Ostdeutsche und Ostdeutschland in den Medien zu fordern. Denn obwohl der Anteil von Ostdeutschen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland mehr als zwanzig Prozent beträgt, sind lediglich rund sieben Prozent in Entscheidungspositionen in der Medienbranche vertreten. 

Auch vier Autorinnen widmen sich in ihren aktuellen Büchern dem Gebiet der früheren DDR. Zwei Romane und zwei Sachbücher verhandeln, was für Ostdeutschland Vergangenheit bedeutet und wer diese erbt. 

Für Helene Bukowski beginnt diese Vergangenheit nicht erst 1989. Die Hauptfigur ihres Romans „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ ist Christina, ein musikalisches Wunderkind in der DDR – basierend auf einer realen Person. Christinas Vater, ein gescheiterter Opernsänger, will ihr Talent fördern: Erst kommt Christina auf eine Musikschule in Berlin, später an ein Konservatorium in Moskau. Sie erzielt als Pianistin internationale Wettbewerbserfolge, muss dafür aber ihre Gesundheit opfern. Jahrelanger Druck und eine damals unbekannte Krankheit brechen die junge Frau, die sich mit Anfang zwanzig aus einem Fenster stürzt. 

Bukowski versucht, Christinas Leben zu erzählen, ohne es sich anzueignen. Das gelingt, inde…