xoxo, the Missy CEO Nr. 11
Kolumnist*in:

Hi Besties,
ich habe heute aufregende Neuigkeiten mitgebracht: Ich werde das Missy Magazine verlassen. Dieser Text ist also auch mein herzliches „Goodbye“ an euch. Ich habe Lust auf neue Herausforderungen und wollte ehrlich gesagt auch raus aus der Geschäftsführungsposition. Sieben Jahre Arbeitgeber*in sein ist genug für mich. Dieser Job ist vielfältig und schön, aber er ist auch mit vielen Anstrengungen verbunden. Ich freue mich tatsächlich, davon ein Pause zu bekommen. Über die vielen Fallstricke, wenn Lohnarbeit und Aktivismus miteinander verbunden sind, habe ich an dieser Stelle schon geschrieben. Ich habe in meiner Missy-Zeit viel über gute Führung lernen können – vor allem natürlich durch die Fehler, die ich gemacht habe. Missy und ich, das ist und bleibt aber eine Lovestory. 2019 bin ich für den Missy-Job von Dresden nach Berlin gezogen, was ich wirklich nie vorhatte zu tun. Ich fand immer, dass es nichts bringt, wenn alle in die Hauptstadt ziehen. Davor hatte ich vereinzelt zu Technologiethemen für Missy geschrieben und war natürlich großer Fan des Magazins. Aufmerksam geworden war ich auf Missy 2013 in einem random Bahnhofskiosk durch die Titelgeschichte mit Riot-Grrrl-Ikone Kathleen Hanna. Damals war ich geflasht davon, dass ein Magazin am Kiosk eine ältere Frau abbildet. Hanna war damals Mitte vierzig (das dauert bei mir auch nicht mehr so lange). Genau solche normativen Sehgewohnheiten herauszufordern – und die Strukturen dahinter –, dafür steht Missy für mich bis heute.
Wusstet ihr, dass Missy dieses Jahr 18 Jahre alt wird? Ich war also nicht mal die Hälfte der Zeit dabei und trotzdem kann ich mit Sicherheit sagen, dass mein Leben ohne Missy heute ganz anders aussehen würde. Ich bin stolz darauf, Teil dieses wegweisenden Projekts gewesen zu sein. Meine zärtlichsten Missy-Erinnerungen kommen allesamt aus Krisenzeiten, obwohl ich in diesen Phasen massenweise Nervenenden verloren habe, die nie wieder nachwachsen werden. Aber gerade das waren die Momente, die gezeigt haben, wie stark und wichtig Missy ist. Und das sind auch die Zeiten gewesen, in denen wir als Team gemeinsam über uns hinausgewachsen sind. Zusammen sind wir durch kleine und große Shitstorms gesegelt, haben kurzfristige Rettungskampagnen gewuppt, Corona unbeschadet überstanden, in Berlin ein neues und bezahlbares Büro gefunden (für die Nicht-Berliner*innen: Das ist faktisch unmöglich) und die Papierkrise überstanden. Am Ende haben wir als Magazin alles überlebt, während viele vergleichbare Medi…