Moor Mother ist auf dem Titelblatt des Missy Magazine zu sehen. Sie blickt direkt in die Kamera und hält in jeder Hand eine Zitrone.

Liebe*r Leser*in!

Die Community ist ein Ort, an dem wir Zuflucht finden können, ein Ort, der Sicherheit und Kraft schenken kann – und was bräuchte es gerade dringender? Wir blicken auf queere Communitys in Ghana (S.36) und Taiwan (S.42), die sich gegenüber unterschiedlichen Bedrohungen in Widerstand üben. Zusammenhalten und Widerstand leisten müssen wir angesichts der erstarkenden Rechten auch hier. Die ist gerade besonders bei jungen Menschen beliebt, was auch mit populären antifeministischen Inhalten auf Social Media zusammenhängt, wie unser Dossier zeigt (S.50). Seit dem 7. Oktober scheint der Austausch zwischen einigen Communitys bei Dissens fast unmöglich. Dieser Problematik hat sich nun der Sammelband „trotzdem sprechen“ angenommen. Wir haben mit den Herausgeberinnen gesprochen (S.17). Ins Gespräch sind wir auch mit unserem Coverstar Moor Mother gekommen: über ihre Musik, avantgardistische und lärmende Sounds und ihre poetischen Lyrics, in denen sie der Geschichte ihrer versklavten Ahn*innen nachgeht. Missy traf sie zur Golden Hour in Kalifornien für ein Titelshooting in ihrer Nachbarschaft (S.44). Last but not least noch ein kleiner Aufruf an unsere Missy-Community: Damit es unabhängigen feministischen Journalismus weiterhin geben kann, sind wir auf eure Abos angewiesen. Missy liest sich super im sonnigen Park, im Zug auf der Fahrt in den Kurzurlaub oder während der Mittagspause auf der Bank. Wenn du zwischen- jahreszeitliche Freude verschenken und gleichzeitig deiner Community etwas Gutes tun willst: Schließ doch ein Abo ab <3

Wir hoffen, du findest Sonne und eine kleine Pause,
deine Missys

Aufschlag

Die Stadt als patriarchatsfreie Zone. Die Berliner Künstler*innengruppe Anonyme Anwohnende stört als menschliches Hindernis gegen Gentrifizierung. – S. 12

Lieblingsstreberin: Susie Greene. – S. 13

Work Work Work: Die Friseurin. – S. 14

Hä, was heißt denn Genoss*in? Der*die Genoss*in ist vorallem eine linke Figur. Aber woher stammt der Begriff eigentlich? Erfahre mehr in unserem Glossar gegen die Panik vor Wörtern. – S. 15  

Kultur & Gesellschaft

Aus der eigenen Bubble heraus. Der Sammelband von Miryam Schellbach, Mirjam Zadoff und Lena Gorelik „trotzdem sprechen“ will genau das: unversöhnlich scheinende Positionen nach dem 7. Oktober in den Austausch bringen. – S. 17

Diane Oliver: Wunderkind der Literatur. Die Schwarze US-Autorin galt schon zu Lebzeiten als literarisches Ausnahmetalent. Gut 40 Jahre nach ihrem Tod, erscheint ihr Nachlass „Nachbarn“ mit acht bisher unbekannten Kurzgeschichten in deutscher Übersetzung. – S. 20

Laufey – die Goddess des Jazz. Die Sängerin und Multiinstrumentalistin Laufey erobert durch TikTok den Mainstream mit jazzigen Sounds und nostalgischen Hollywoodlooks. – S. 22

Trans Performance gegen das Kastensystem. Living Smile Vidya kämpft gegen Hindunationalismus und Transfeindlichkeit. Beim Kölner Impulse Theater Festival macht sie ihr eigenes Leben zur Kunst. – S. 24

All Eyes On: PACK-Kollektiv. Das Modedesign-Kollektiv aus Bern hat aus Missy-Shirts eine Upcycling-Kollektion entworfen. – S. 26

Politik & Protest

Sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe. Schon immer werden in Kriegen Machtkämpfe auf den Körpern von Frauen ausgetragen und die Sexualität von FLINTA enteignet. Im Interview erklärt die Sozialwissenschaftlerin Ferda Berse wie diese Gewaltform als Strategie eingesetzt wird und wer davon profitiert. – S. 33

Hass auf Queers als Paragraf. Erst mit dem Kolonialismus und Christentum verbreitete sich Queerfeindlichkeit in Afrika. In Ghana beispielsweise waren queere Lebensformen zuvor gängige Praxis und mit heterosexuellen Ehen gleichbedeutend. Ein neues LGBTIQ-feindliches Gesetz bedroht die Community, doch es könnte noch verhindert werden. – S. 36

Queere Kämpfe in Taiwan. Taiwan sieht sich immer stärker von der Volksrepublik China und den USA bedroht. Das trifft auch die LGBTIQ-Community. Ein Gespräch mit der Soziologin Wen Liu. – S. 42

Titelstory

Deep Talk mit Moor Mother. Auf ihrem neuen Album „The Great Bailout“ schafft es Camae Ayewa alias Moor Mother schwere Themen wie Versklavung und Kolonialgeschichte hoffnungsvoll künstlerisch umzusetzen. – S. 44

Themenschwerpunkt: Antifeminismus

Immer mehr junge Männer und auch Schulkinder feiern und verbreiten antifeministischen Content auf Social Media. Das überträgt sich auf ihr soziales Miteinander. Anklang findet das auch bei Frauen, z. B. bei populären Influencerinnen. Ein Dossier über die „Mannosphäre“, wie Antifeminismus als Kern reaktionärer Ideologie den Rechten massiven Aufwind verschafft und was man der Bewegung entgegensetzen kann.

Toxische Männlichkeit: Wie Jungs zu Antifeministen werden. Rechte Influencer versprechen jungen Männern Erfolg und Macht als Alpha-Männer. Darauf springen auch vermeintlich feministische Jungs an. Eine Analyse von Incel-Expertin Veronika Kracher. – S. 52

Trad Wives of Content Creation. Immer mehr Influencerinnen promoten das Hausfrauen-Dasein und traditionelle Geschlechterrollen auf TikTok & Co. Warum dieser Trend antifeministisch ist, erklärt Sozialwissenschaftlerin Mareike Fenja Bauer im Interview. – S. 57

Remaskulinisierung, Remigration, Reaktionismus. Rechte rekrutieren auf Instagram jugendliche Wählerschaft. Ihre Ideologie trägt Früchte – mit Folgen für uns alle. Was können wir dagegen tun? – S. 60

Faschos trollen. Unsere Autorin will die Thesen von Antifeministen nicht stehen lassen und geht gemeinsam mit ihnen live auf TikTok. – S. 62

Sex, Körper & Style

Trans Twink, chronisch krank, sucht. Die heißesten Hook-ups für chronisch kranke trans Personen gibt es manchmal an den unverhofftesten Orten – für unsere*n Autor*in ist es die Dating-App Grindr. – S. 65

Die Briefkastenangst. Die Angst die Post aufzumachen kennen viele und ist oft mit großer Scham verbunden. Das kann zu einem Krankheitsbild mit potenziell schlimmen Folgen werden. Forschung gibt es dazu jedoch so gut wie keine. – S. 66

Moodboard. – S. 68

Styleneid: Adalet Müzeyyen. Mode ist für die queere Künstlerin und Aktivistin Adalet Müzeyyen ein Mittelfinger an die Gesellschaft. – S. 69

Big Pussy Energy. „Schamlippen“, Vulva-Shaming und zwickende Unterhosen – es kommt auf die Größe an. Unsere Autorin weiß, wie schwer es ist, passende Unterhosen zu finden und hat noch weitere Kritikpunkte an Unterwäschefirmen. – S. 70

Edutainment

Neues Album von Yaya Bey: Ten Fold. Scharfsinnig und offen versorgt uns Yaya Bey aus Brooklyn auf ihrem neuen Album mit gefühlvollem und gleichzeitig politischem R’n‘B aus der Arbeiter*innenklasse. – S. 73

Musiktipps 03/24. – S.74

Podcasttipps 03/24. – S. 78

Teaches of Peaches. In dem neuen Dokumentarfilm begleiten Judy Landkammer und Philipp Fussenegger die Electroclash-Ikone auf Jubiläumstour und geben Einblicke in ihre Karriere. – S. 79

Wer darf mitreden, ob du dein Baby behältst? In der ZDF-Miniserie „Bauchgefühl“ entscheidet sich die Protagonistin für eine Abtreibung und stößt dabei auf Unverständnis und fehlende Fürsorge. Franzis Kabisch hat sich die sechs Episoden angeschaut. – S. 80

Filmtipps 03/24. – S. 80

xoxo, the Missy CEO. Etwa ein Jahr ist vergangen seit unserer Rettungskampagne im Sommer 2023. Seitdem ist viel passiert. Doch Missy braucht euch nach wie vor. Ein Update aus der Geschäftsführung. – S. 84

Feministische Ikonen: Paula irmschler über Lily Allen. Paula Irmschler hat als Teen in Lily Allen die freche Identifikationsfigur gefunden, die ihr zwischen weißen, dünnen Indie-Dudes gefehlt hat. – S. 85

Notizen einer jungen trans Frau. In ihrem neuen Buch plädiert Kai Cheng Thom mit Essays und Gedichten für Verletzlichkeit und Fehlertoleranz und analysiert Communitystrukturen wie die #MeToo-Bewegung aus einer rassifizierten trans Perspektive. – S. 87

Literaturtipps 03/24. – S. 88

Comictipps 03/24. – S. 92

Queeres Coming-Of-Age in Nigeria. Autor Chukwuebuka Ibeh ist der Rising Star der nigerianischen Literaturszene. Aber auch weltweit macht er mit seinem queeren Debüt „Wünschen“ Furore – und begeistert sogar Größen wie Chimamanda Adichie und Zadie Smith. – S. 94

Feministische Techno-Mythologie. Die US-amerikanische Künstlerin Liliane Lijn hat als Pionierin Kunst, Wissenschaft, Technologie und weibliche Mythologie miteinander verbunden – und schon lange vor anderen über feministische SciFi und Genderfluidität nachgedacht. Eine Ausstellung im Münchner Haus der Kunst würdigt jetzt ihre visionäre Kunst. – S. 95

Ist es internalisierte Transfeindlichkeit? Missy-Kolumnist Evan Tepest ertappt sich dabei, wie er über andere trans mascs urteilt, die in ihrer Transition noch nicht so weit sind wie er selbst. Woher kommt das? – S. 98

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  1. Magazin 04/2024

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