Sprache

Um mit Sprache so wenig wie möglich zu diskriminieren, möchten wir uns sensibler ausdrücken. In unseren Texten werdet ihr auf diese Begriffe stolpern. Hier erklären wir euch, warum wir sie so benutzen und weisen euch auf weiterführende Links hin.

Race
Anti-muslimischer Rassismus
Rassismus, der sich konkret gegen Muslim_innen richtet

Antisemitismus
„Die Gesamtheit judenfeindlicher Äußerungen, Tendenzen, Ressentiments, Haltungen und Handlungen unabhängig von ihren religiösen, rassistischen, sozialen oder sonstigen Motiven“ (Benz 2001, 129).

People of Color
Selbstbezeichnung von Menschen, die Rassismus erfahren

Race
Wer wird durch Rassismus benachteiligt? Um diese Kategorie zu benennen, wählen wir den englischen Begriff race, da er im Gegensatz zum deutschen Wort „Rasse“ einen dekonstruktivistischen Prozess durchgemacht hat.

Schwarz
Kein Adjektiv und keine Hautfarbe – Schwarz ist eine politisch gewählte Selbstbezeichnung, in Ablehnung kolonialrassistischer Bezeichnungen. Deshalb wird es groß geschrieben. Mehr dazu hier.

weiß
Kursiv und klein geschrieben, um die Konstruktion des Begriffes hervorzuheben. Es handelt sich um keine Hautfarbe, sondern um Privilegien, die mit der Hauptfarbe einher gehen.

Gender
Gender
Gender meint das soziokulturelle Geschlecht, im Englischen findet die Unterscheidung zwischen „gender“ und „sex“, dem „anatomischen Geschlecht“ statt.

agender
Personen, die sich keinem Gender zugehörig fühlen.

cis
Cis Personen oder cisgender Personen identifizieren sich vollständig mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht. Cis wird wie „trans“ als Adjektiv genutzt. „Cisgender“ wurde Ende Juni 2015 auch in das Oxford English Dictionary, also den britischen Duden, aufgenommen. Warum das wichtig ist? Jetzt haben nicht mehr nur trans Personen eine eigene Bezeichnung für ihre Geschlechtszugehörigkeit. Im Heft 01/17 haben wir in der Rubrik „Hä?“ noch mal detaillierter erklärt, was cis bedeutet.

Female Assigned
Bei der Geburt als weiblich eingetragene Personen bezeichnen sich als „Female Assigned At Birth“ (FAAB) oder „Female Assigned“. Diese Formulierung ist nicht nur hilfreich für nicht-binäre trans Personen und intergeschlechtliche Personen, sondern auch um die diskriminierende Bezeichnung „Female to Male“/FtM abzulösen. In ihren Comicstrips „Assigned Male“ erklärt Sophie Labelle, warum diese Formulierung von vielen trans Personen bevorzugt wird.

genderfluid
Personen, deren Geschlechteridentität zwischen verschiedenen Gendern oszilliert oder fluktuiert, bezeichnen sich als genderfluid.

Gender-Nonkonformität
Personen, die sich nicht „angemessen“ ihres Genders verhalten – darunter fallen zum Beispiel weibliche Maskulinitäten.

Homofeindlichkeit
Anstelle von Homophobie benutzen wir den Begriff „Homofeindlichkeit“, da es sich um keine Phobien handelt, sondern um Hass.

Intersex, inter*geschlechtlich
Intergeschlechtliche Personen können aus medizinischer Sicht genetisch und/oder anatomisch und hormonell weder dem männlichen, noch dem weiblichen Geschlecht eindeutig zugewiesen werden. Es handelt hierbei weder um eine Störung, noch um eine Krankheit, auch wenn Ärzt*innen dies anders sehen. So können sie nämlich Zwangsverstümmelungen und nicht einvernehmliche Hormontherapien an intergeschlechtlichen Personen durchführen und sie in ein binäres Geschlechtersystem forcieren. Weitere Infos gibt es bei Intersexuelle Menschen e.V.

LGBTQIA
Sammelbegriff für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer/Questioning, Intersex, Asexual, vor allem im englischsprachigem Raum genutzt.

LSBTI*, LSBTTI*
Sammelbegriff für Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Trans*, Inter*geschlechtlich oder Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transsexuell, Transgender, Inter*geschlechtlich. Die deutsche Bezeichnung ist angelehnt an LGBTQIA.

Male Assigned
Bei der Geburt als männlich eingetragene Personen bezeichnen sich als „Male Assigned At Birth“ (MAAB) oder „Male Assigned“. Diese Formulierung ist nicht nur hilfreich für nicht-binäre trans Personen und intergeschlechtliche Personen, sondern auch um die diskriminierende Bezeichnung „Male to Female“/MtF abzulösen. In ihren Comicstrips „Assigned Male“ erklärt Sophie Labelle, warum diese Formulierung von vielen Transpersonen bevorzugt wird.

trans
Unter den großen Schirm von trans fallen transsexuelle und transgender Personen. Trans Personen identifizieren sich nicht oder nicht gänzlich mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht. Das können unter anderem binäre trans Personen, also trans Frauen und Männer,-> genderqueere, -> genderfluide, -> agender und -> gendernonconforming Personen sein.
Bei der Schreibweise von trans* mit Sternchen zählen auch -> cis Personen, die in ihrer Performance -> Gender transzendieren, zum Beispiel Drag Queens, Drag Kings, Travesti und Crossdresser*innen.

nicht-binär, non-binary, genderqueer
Wer sich jenseits der Geschlechterbinarität von Mann und Frau verortet, sich mit keinem Geschlecht/weder* noch* identifiziert, sich mehreren Geschlechter zugehörig fühlt oder -> genderfluide ist, fällt unter den Schirm nicht-binärer oder auch genderqueerer Identitäten.

Körper
dick_fett
Selbstbezeichnung von Personen, die keine normschlanken Körper bewohnen.

dis_ableisiert
Definition nach Glossar Was tun? Sprachhandeln – aber wie?:

„Ableismus ist das strukturelle Diskriminierungsverhältnis, das Nicht/beHinderung bzw. Dis/Ableisierung konstruiert. Personen, die in einer Gesellschaft nicht-beHindert sind, sind ableisiert.

‚Wie entsteht beHinderung? Wer macht wen beHindert? Oder anders gefragt, wer beHindert wen? Und was genau bedeutet das eigentlich: beHinderung? […] beHinderung ist kein pathologischer Zustand von Menschen, sondern ein gesellschaftlicher Prozess, in welchem Menschen an gesellschaftlicher Teilhabe beHindert werden, weil sie nicht der angenommenen Norm oder Mehrzahl entsprechen.‘ (Ballaschk, Cindy; Elsner, Maria; Johann, Claudia; Weber Elisabeth ; Schmitz, Ka: machtWorte!. Berlin: JaJa-Verlag, 2012)“

Mehr Wissen zu diskriminierungsarmer Sprache und Netzfeministische Fachtermini findet ihr hier:

 

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