Depressiv in Berlin

Schlechte Laune, schwache Nerven: Laura Lackmann verfilmt Sarah Kuttners Roman „Mängelexemplar“.

12.05.16 > Film & Serien

Von Susanne Gietl

Karo nervt! Im Baumarkt schiebt sie mit Haut-doch-alle-ab-Laune den Einkaufswagen durch den Gang, beleidigt ein weinendes Kind mit „Das Brüll“ und fängt dann vor Selbstmitleid an zu heulen. Karo (Claudia Eisinger) hat ein Problem: nämlich sich.

© X-Verleih
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Vor kurzem wurde ihr deswegen gekündigt und auch in ihrem Privatleben läuft nichts rund. Ihr Freund Philipp (Christoph Letkowski) ist eigentlich nur ein Typ, mit dem sie Sex hat, aber sonst nichts teilt, ihre  beste Freundin Anna (Laura Tonke) will nichts mehr von ihr wissen. Karo ist ein „Mängelexemplar“. Sie leidet unter einer handfesten Depression und muss sehen, wie sie da wieder herauskommt.

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Im Gegensatz zu Sarah Kuttners gleichnamigen Bestseller konzentriert sich Drehbuchautorin und Regisseurin Laura Lackmann auf einige wenige Charaktere. Anna beispielsweise beschreibt Kuttner im Buch auf nur einer Seite, im Film spiegelt sich Karos Depression in der Freundschaft von Anna und Karo wider. Geht es Karo schlecht, will sie Zuspruch. Sie wird dann aber zu anstrengend für Anna, die ebenfalls ihr Päckchen zu tragen hat. Geschickt verwebt Lackmann in ihrem Langfilmdebüt die einzelnen Figuren miteinander und verleiht ihnen so Tiefe.

© X-Verleih„Mängelexemplar“ D 2016
Regie: Laura Lackmann
Mit: Claudia Eisinger, Laura Tonke, Katja Riemann, Barbara Schöne u.a., 112 Min, Start: 12.05.

Zu Beginn des Films ist die Hauptfigur hysterisch, laut und hektisch, dann nimmt das Tempo ab und die Depression drosselt den Motor. Und weil der Film in Berlin gedreht wurde, lässt sich Lackmann nicht nehmen, auch Touri- und Neuberliner-Bashing zu betreiben. Ein typischer Berlin-Film eben!


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