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Was heißt hier queer?

In Familien zählt doch vor allem eins: Liebe.

07.09.16 > Kommentare

Von Nicole von Horst

Ich habe zwei Mütter. So weit, so (un-)spektakulär. Aber: Die beiden sind kein Paar. Na gut, sie waren mal ein Paar. Offiziell bis dass der Tod sie schied, eine inoffizielle Homoehe, mit allen Steuervorteilen. Der Witz: Nur eine meiner Mütter ist lesbisch, die andere ist hetero.

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Nicole von Horst wohnt in Frankfurt & schreibt ins Internet, zum Beispiel auf kleinerdrei.org oder Twitter. © Anne Koch

Bin ich dadurch ein Kind in einer Regenbogenfamilie? Yes, but no, but idk. Erst in meinem Schuljahr in Schweden bei einem lesbischen Paar und ihren Kindern hatte ich das Gefühl, ich bin in einer “richtigen“, einer klassischen Vorbildregenbogenfamilie.

In meiner Familie fiel gefühlt sogar die Queerness aus dem Rahmen. Mit der einen Mutter ging ich zum CSD, mit der anderen zu SM-Stammtischen. Dabei war ich als Kind unter Peers selbst vor allem das: schräg. Aber nie in meiner Familie und meine Familie nie für mich. Eigenes Coming-out? Kein Event, ein Nebenbei. Dafür jetzt nach außen ständig Coming-outs in Sachen Familienkonstellation.

Ich habe zwei Mütter. Eine meiner Mütter ist cis. Die andere ist trans. Eine heißt Mama. Die andere ist Andrea. Würde Andrea noch leben, wäre die ganze Erklärerei jedenfalls nicht so ein Krampf.

– Dieser Text erschien zuerst in Missy 02/2016


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