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Lesbisch, verfolgt, vergessen

Im NS verfolgte Lesben fehlen im historischen und erinnerungspolitischen Gedächtnis. Eine Spurensuche.

20.04.17 > Inland
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Von Sylvia Köchl

Ravensbrück, eine Bahnstunde nördlich von Berlin, im April 2015: Bei den Feierlichkeiten zum siebzigsten Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers wird eine „Gedenkkugel“ niedergelegt. Sie soll „alle lesbischen Frauen und Mädchen“, die hier oder im nahegelegenen Mädchen-KZ Uckermark inhaftiert waren, sichtbar machen. „Sie wurden als ,Verrückte‘, Widerständige, ,Asoziale‘ und aus anderen Gründen verfolgt und ermordet“, lautet die Inschrift. Die Gedenkkugel – anstelle eines Gedenksteins, der unverrückbar da steht oder fest in der Erde verankert ist – war als Kommentar gedacht: Sie kann weggerollt werden, sie beschädigt nichts, sie braucht keine Erlaubnis. Ein Jahr später, im Mai 2016, war sie wieder verschwunden. Die Leitung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück hatte offenbar eine Weisung der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten erhalten, die „illegale“ Kugel zu entfernen.

Aber was ist denn das Problem, fragen sich seither viele, denen durch diese Aktion überhaupt erst klargeworden ist, dass ausgerechnet am Gedenkort Ravensbrück, dem einstigen zentralen Frauenkonzentrationslager der Nazis, Lesben keinerlei Erwähnung finden. Wo Frauen sind, sind auch Lesben, und wurden Lesben – oder wen die Nazis dafür hielten – etwa nicht als unerwünschte gesellschaftliche Gruppe verfolgt? Seit den 1980er-Jahren wird eben darüber gestritten

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