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Pommes-Gymnastik

Zufrieden mit dem eigenen Körper sein ist häufig nicht so einfach. Die Kampagne „Bauch, Beine, Po/mmes“ hilft.

27.10.17 > Körper

Von Lene Glinsky

Zufrieden mit dem eigenen Körper sein – in einer Welt, in der wir ständig von perfekt retuschierten Körper aus Werbung und sozialen Medien umgeben sind, ist das häufig nicht so einfach. Vor allem junge Menschen haben daher häufig mit Essstörungen und einem verzerrten Körperbild zu kämpfen. Der neue Gleichstellungsmonitor der Stadt Wien meldete nun, dass etwa 39 Prozent der „normal- bis untergewichtigen Mädchen“ sich als „zu dick“ empfanden. Die Stadt möchte jetzt mit der Kampagne „Bauch, Beine, Po/mmes“ wieder ein positiveres Körpergefühl fördern. Missy-Praktikantin Lene Glinsky hat mit Pommes-Expertin Alex (Mirabella Dziruni) und Bein-Expertin Lisa (Ben Eichberger) gesprochen.

Die Expert*innen Lisa, Alex und Toni. (c) Bauch, Beine Po/mmes

Was nervt euch am meisten an den absurden Schönheitsidealen, die u. a. in den ganzen Fitnessvideos propagiert werden?
Alex: Es gibt keinen Platz, man selbst zu sein. Die eigene Körperstatur existiert nicht und das Ziel ist, so auszusehen wie die Leute in den Videos. Als Pommes-Expertin finde ich es z. B. sehr wichtig, dass man immer Hot Sauce in der Tasche hat, damit man Dinge nach dem eigenen Geschmack würzen kann.

Lisa: Das propagierte Schönheitsideal ist so unfassbar eindimensional: eine weiße, große, cis Frau, durchtrainiert und schlank. So sieht aber eben nicht jede*r aus. Dass dann noch behauptet wird, das wäre nicht nur die absolute Schönheit, sondern auch NUR so auszusehen sei gesund – das nervt mich gewaltig.

Auch wenn wir immer versuchen, uns von diesen Schönheitsnormen zu befreien: Manchmal fühle ich mich einfach unzufrieden mit meinem Körper. Habt ihr einen Tipp, was man dann am besten machen sollte?
Alex: Ich denke, es wäre zu leicht gesagt, dass jede*r sich selbst lieben und akzeptieren soll. Ich habe meine Stärken und meine Schönheit lieben gelernt, als ich Menschen, vor allem Real-Life-Friends, gefunden habe, die eine ähnliche Körperform haben, oder ähnliche Haare und Hautfarbe. Dadurch merkt Frau/man, sie/man ist nicht alleine.

Lisa: Auch ich bin nicht immer und ständig mit meinem Körper zufrieden, doch dann gibt es immer wieder Momente, in denen ich vor dem Spiegel stehe und mir meinen ganzen Körper von oben bis unten anschaue. Am Ende merke ich wieder einmal, wie wunderbar schön mein Körper ist, und wie froh ich eigentlich bin, ihn zu haben. Sich immer wieder bewusst mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen halte ich für sehr wichtig.

Was würdet ihr euren Zuschauer*innen gerne mit euren Fitnessvideos vermitteln?
Alex: Wenn ihr Work-outen wollt, habt Spaß dabei. Macht es für euch und nicht, um wie jemand aus den Fitnessmedien auszusehen. Und wenn ihr nicht Work-outen wollt, genießt euer Essen und habt keine “Ich muss Sport machen“-Gedanken dabei.

YOU DO YOU, BOO!

Zieht euch an, wie ihr wollt, esst, was ihr wollt, bewegt euch, wie ihr wollt, und gebt den Medien, die “alle gleich“ machen wollen, keinen Platz!

Lisa: Wenn wir auch nur einen Menschen da draußen zum Lachen bringen oder einen Gedankengang anstoßen, wäre für mich persönlich das Ziel erreicht. Ansonsten: dass verschiedene Menschen mit verschieden aussehenden Körpern auch nebeneinander leben können, dürfen und dürfen-müssen. Und dass das eigentlich etwas sehr Schönes ist, was wir schätzen sollten.

Das dritte Video der Serie erscheint am 31. Oktober.

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