Es geht wieder los: Berlinale 2014!

Am 6. Februar startet die Berlinale. Im Berlinale-Blog begleitet Annette Walter dieses Jahr das Filmfestival für Missy.

05.02.14 > Uncategorized

Am 6. Februar startet die Berlinale. Im Berlinale-Blog begleitet Annette Walter dieses Jahr das Filmfestival für Missy. Diese fünf Themen, Filme und Menschen werden in diesem Jahr spannend.

Wes Anderson

Für Andersons Filme müsste es ein eigenes Genre geben, so eigen und liebevoll sind die bislang fast ausnahmslos großartigen Filme des Amerikaners, in die er nicht nur skurrile und originelle Figuren, sondern auch tausende Popreferenzen und fantastischer Musik packt. Nachdem er im großartigen „Moonrise Kingdom“ mit der Ausreißern Suzy eine der coolsten Mädchenfilmfiguren der letzten Jahre geschaffen hat, weckt „Grand Budapest Hotel“ samt seines fantastischen Ensembles (Tilda Swinton, Léa Seydoux, Bill Murray, Jason Schwartzman, Ralph Fiennes, Jude Law, Owen Wilson) als Eröffnungsfilm der Berlinale 2014 große Erwartungen.

Copyright: 2013 Twentieth Century Fox

Finding Vivian Maier

In der Reihe “Panorama” gibt es viele spannende Filmen zu entdecken, etwa “Finding Vivian Maier” über eine der ersten Street-Fotografinnen ever: Vivian Meier, die in New York und Chicago als Nanny lebte und mit den ihr anvertrauten Kindern mit der Kamera in der Hand durch die Metropolen streifte. Erst nach ihrem Tod 2009 im Alter von 83 Jahren wurde Maier tatsächlich entdeckt. Nun erinnern John Maloof und Charlie Siskel an diese außergewöhnliche Frau.

© Vivian Maier/Maloof

Berlinale goes Rock’n‘Roll

Wer sich schon immer gefragt hat, was Nick Cave, der im englischen Brighton lebt, so den ganzen Tag lang macht, wird auf der Berlinale eine Antwort finden: Der Film „20.000 Days on Earth“ zeigt den 20 000. Tag im Leben von Nick Cave. Natürlich ist das keine reine Dokumentation, sondern ein künstlerisch verfremdetes Porträt. Sehenswert wird es auf jeden Fall.

© Chloë Thomson
© Chloë Thomson

Auch andere musikalische Entdeckungen erwarten das Berlinale-Publikum: „God Help the Girl“ , der erste Film von Stuart „Belle and Sebastian“ Murdoch. Murdoch hat lustigerweise auch ein gleichnamiges Projekt am Start. Mit dem will er begabte Nachwuchssängerinnen pushen.

Sexuelle Identität

Zwischen Glamour, Konvention und Underground bewegt sich das filmisch breite Spektrum, mit dem die Vielfalt sexueller Identitäten auf der Berlinale gezeigt wird. Großes Aufsehen erregt natürlich das Biopic über den homosexuellen Designer Yves Saint Laurent mit dem hochgelobten Pierre Niney in der Hauptrolle. Daneben läuft aber auch die Underground-Doku „Fucking different XXY“, in dem schwule und lesbische RegisseurInnen aus verschiedenen Städten kurze Spiel- und Dokumentarfilme produziert haben und zwar jeweils Lesben zu schwulen Themen und umgekehrt. Oder „Test“ von Chris Mason Johnson, der im Panorama läuft, und schildert, wie Aids in eine Tanzkompagnie im San Francisco der 1980er-Jahre einbricht und Betroffene gegen Homophobie kämpfen müssen. Oder „52 Tuesdays“ der Australierin Sophie Hyde in der Generation 14plus, in der die Mutter des Teenagers Billie eine Geschlechtsumwandlung machen will. Oder „The Dog“, eine Dokumentation über John Wojtowicz, der 1972 eine New Yorker Bank überfiel, um Geld für die Geschlechtsumwandlung seines Freundes zu stehlen.

Der Kreis © Aliocha Merker
© Aliocha Merker

Oder „Der Kreis“ von Stefan Haupt über eine der ersten schwulen Emanzipations-Communities Europas, aus der sich nach 1945 ein Underground-Club in Zürich entwickelte, der das Anderssein zelebrierte. Oder der philippinische Film „Quick Change“ über Transgender in Manila. Oder „Ye (The Night)“ von Zhou Hao über Sexarbeiter in China. Man könnte die Liste noch lange fortsetzen.

Nymphomaniac

Gefühlte Jahre dauerte die Online-PR-Kampagne für „Nymphomaniac“. Pressevorführungen gab es in Deutschland bislang keine. Nun kann man auf der Berlinale die ungekürzte Version von Volume 1 sehen. Eine Skandal-Ich-bin-ein-Nazi-PK wie vor drei Jahren in Cannes zu „Melancholia“ mit Lars von Trier wird es kaum geben. Zum einen ist unklar, ob der Regisseur überhaupt nach Berlin kommt, um das Werk vorzustellen. Zum anderen ist schon durchgesickert, dass der Däne, wenn er sich die Ehre gibt, wohl lieber sonst wo abhängt, als zur Pressekonferenz am ersten Berlinale-Sonntag zu kommen. Interviews gibt er keine. Wir erinnern uns an das letzte Pressefoto von ihm mit zugeklebtem Mund und hätten auch nichts anderes erwartet.