Wut und Schmerz

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ erzählt von einer Mutter, die um Gerechtigkeit kämpft.

22.01.18 > Film & Serien

Von Ana Maria Michel

„Raped while dying“ – „And still no arrests?“ – „How come, Chief Willoughby?“ Drei riesige Werbetafeln mit schwarzen Lettern auf blutrotem Grund. So sieht sie aus, die Anklage von Mildred Hayes (Frances McDormand) an den lokalen Polizeichef William Willoughby (Woody Harrelson), der ihrer Meinung nach nichts tut, um den Mord an ihrer Tochter aufzuklären. Der Film „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ von Martin McDonagh erzählt von ihrem Kampf um Gerechtigkeit.

@ 20th Century Fox

Wie eine Kriegerin positioniert sich Mildred im Overall und mit Bandana vor den drei Tafeln, die sie vor der Stadt gemietet hat. Kaum jemand fährt dort noch vorbei. Trotzdem bringen die Plakate so manche Bewohner*innen auf, vom Pfarrer bis zum Zahnarzt. Auch die Polizei wird aktiv. Doch nicht etwa, um den Vergewaltiger und Mörder zu suchen, sondern um gegen Mildred in den Krieg zu ziehen.

Aber Mildred ist keine, die sich einschüchtern lässt: Autoritäten putzt sie gnadenlos herunter, sie ist schlagfertig, ohne Furcht. Frances McDormand verkörpert diese Figur perfekt und mit einzigartigem Witz. Sie zeigt ein Bild von einer Frau, wie man es gerne häufiger im Kino sehen würde. Unter anderem bei den Golden Globes wurde der Film mehrfach prämiert und McDormand als beste Hauptdarstellerin geehrt.

„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ US/GB 2017
Regie: Martin McDonagh. Mit: Frances McDormand, Woody Harrelson, Sam Rockwell u. a., 115 Min., Start: 25.01.

Auch Sam Rockwell, der den rassistischen Polizisten Dixon darstellt, wurde für seine schauspielerische Leistung ausgezeichnet. Sein Charakter changiert zwischen herrlich dämlich, ekelhaft brutal und doch irgendwie menschlich. Die Figur Dixon ist streitbar, doch hier wird klar, wie komplex McDonaghs Charaktere sind. Auch Mildred ist keine ideale Heldin – sie ist stark in ihrer Forderung nach Gerechtigkeit, gleichzeitig kämpft sie mit einer tiefen Trauer und Schuldgefühlen. Die Vielschichtigkeit der Figuren macht diesen Film besonders. Ein Kino, das nicht bloß mit Schablonen arbeitet, kann etwas über das Menschsein erzählen – und das ist nun wirklich keine einfache Sache.

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