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Reise in die Vielfältigkeit

Das zweite Studioalbum von Melody’s Echo Chamber ist ein kaleidoskopischer Trip durch die Musikgenres.

28.06.18 > Musik

Von Vanessa Wohlrath

„Breathe In, Breathe Out“ – einmal tief einatmen bitte, und wieder aus, haucht die französische Sängerin Melody Prochet. Es ist nicht der einzige Track auf ihrem neuen Album, mit dem sie uns ans Atmen erinnert. Mal auf Englisch, mal auf Schwedisch („Andas in, andas ut“), und zwischendrin ist es nur noch das Geräusch des Luftholens.

© Diane Sagnier

Einen langen Atem brauchte Melody Prochet tatsächlich. Nachdem sie als Melody’s Echo Chamber 2012 ihr Debütalbum veröffentlicht hatte, produziert von Kevin Parker, Frontmann der australischen Supergroup Tame Impala, wollte sie sich erst einmal selbst finden. Die psychedelisch betörenden Songs standen doch klar unter der Duftglocke von Parker. Schließlich war es an der Zeit, dieser zu entschlüpfen, um frische Luft zu schnappen.

Im Frühling 2017 sollte der zweite Longplayer erscheinen: „Bon Voyage“ („Gute Reise“). Dass diese Reise allerdings eine unglückliche Wendung nehmen sollte, zeigte sich im Sommer desselben Jahres: Prochet erlitt einen schweren Unfall, die bevorstehende Veröffentlichung des Albums sowie eine angekündigte Tour mussten abgesagt werden.

Doch von Aufgeben keine Spur bei Melody Prochet. Auch ein Rückgriff auf den Sound des Debüts, wie der erste Song auf dem neuen Album mit dem Titel „Cross My Heart“ zunächst vermuten lässt, sollte es nicht sein. Stattdessen fasste Prochet Fuß auf neuem Terrain und experimentierte gemeinsam mit der schwedischen Neo-Psychedelic-Gruppe Dungen an sieben Popsongs, deren Sog wir nur schwer entkommen können.

Melody’s Echo Chamber „Bon Voyage“
(Fat Possum/Domino)

„Bon Voyage“ ist ein kaleidoskopischer Trip durch die unterschiedlichsten Musikgenres, leuchtend, flirrend und bunt. Französischer Charme à la Gainsbourg wechselt in funkigen Groove und glitzernder Electronica. Dreampop, Ethno-Folk, selbst Autotune-Gesang auf Schwedisch! Während uns beim Hören häufig die Luft wegbleibt, zeigt uns Melody’s Echo Chamber, dass sie nach all den Rückschlägen endlich wieder aufatmen kann. Für sie war es doch noch eine gute Reise – eine zurück zu sich selbst.

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