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Weiterkämpfen

Das Ergebnis des Referendums in Irland war ein Sieg. Doch Selbstbestimmung ist nicht selbstverständlich.

05.09.18 >

Von Jacinta Nandi

Große Freude und Erleichterung, als das Ergebnis des irischen Volksentscheids stand. Für Frauen in Irland war es seit jeher illegal abzutreiben – aber seit 1983 besagte der achte Zusatzartikel der Verfassung, dass das Leben des Fötus gleich viel wert sei wie das der Schwangeren. Abtreibung war sogar dann illegal, wenn die Schwangere eine Minderjährige war, die durch Vergewaltigung oder Missbrauch geschwängert worden war. Noch in den 1990er-Jahren war es Schwangeren verboten, nach Großbritannien zu reisen, um einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen. 1992 wendete sich eine 14-Jährige, die vom Freund ihres Vaters vergewaltigt wurde, an den Supreme Court und erkämpfte das Recht, Irland für eine Abtreibung in Großbritannien verlassen zu dürfen.

©Josephin Ritschel

Besagtes Referendum war ein klarer Sieg: 66,4 Prozent für die Liberalisierung des

Abtreibungsgesetzes! Ein Grund zum Feiern, etwas, das wir Feministinnen nicht so oft kriegen. Es war auch ein Sieg der jungen Frauen. Die Bilder von im Ausland lebenden Irinnen, die für die Abstimmung nach Hause flogen und sich stolz in „Vote Yes“-T-Shirts zeigten, waren sehr berührend, vor allem wenn man sich an die früheren heimlichen Reisen der Schwangeren erinnert, die aus Not unternommen wurden. Doch diese neu gewonnene Freiheit soll uns jetzt nicht ablenken. In Nordirland können Frauen, die versuchen, eine Schwangerschaft zu beenden, nach wie vor in den Knast kommen. In Nicaragua und El Salvador sind die Abtreibungsgesetze ähnlich unmenschlich. Und überall auf der Welt muss gekämpft werden. Abtreibungsgegner*innen kriegen neue Energie: In Deutschland, in den Staaten, in Polen, überall versuchen sie die Rechte der Frauen zu beschränken. Ein Weckruf: Unterstützt eine Pro-Choice-Gruppe, werdet Amnesty-Mitglieder, geht demonstrieren! Lasst uns der Welt zeigen, dass unsere Körper uns geh…


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