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Gegen die verfickten Zustände dieser Welt

Trotzig, schlau und schön: Barbara Morgensterns neues Album „Unschuld und Verwüstung“.

28.11.18 > Musik

Von Barbara Schulz

„Ist die Welt, so wie sie war, vorbei?“, heißt es zu Beginn des neuen, mittlerweile zehnten Albums der Musikerin Barbara Morgenstern. Der Song heißt „Michael Stipe“ – darin kombiniert Morgenstern Wortfetzen aus dem ollen Gassenhauer von 1987, „It’s the end of the world“, von Stipes alter Band R.E.M. mit ihrem eigenen Text.

© MV Kummer

Morgenstern, die aus Hagen kommt und schon lange in Berlin lebt, hat stets auf coolen Labels veröffentlicht und spart auf „Unschuld und Verwüstung“ nicht mit Kritik an den verfickten Zuständen dieser Welt. Doch statt den Kopp in den Sand zu stecken, lädt sie mit Songs wie dem traurigen „Brainfuck“ und dem minimalen „Karriereleiter“ dazu ein, dem Leben ruhig, aber entschlossen mit Trotz, Schlauheit und Schönheit zu begegnen: „Wie man lebt, das ist echt, und es lohnt, wenn man träumt“ („Triggerpunkt“).

Beim schönsten Lied des Albums, „Angel’s Whisper“, singt Morgenstern mit klarer, manchmal an den Stimmenschmelz ihrer tollen Kolleg*in Roísín Murphy erinnernden Stimme: „Mein Vater hat immer zu mir gesagt, du sollst bloß das tun, was dich glücklich macht.“ Und fügt hinzu: „Dieser Weg wird lang und beschissen, wie eine Hühnerleiter, das sollst du wissen.“ Scherz? Kein Scherz!

Barbara Morgenstern „Unschuld und Verwüstung“
(Staatsakt/Caroline International)

Die Musik zu alldem ist verhalten: Hier pluckert ein Synthie, da zärtelt Klavier, Posaune oder Vibraphon – Reduktion rules. Nur das housige Instrumental „Hands Dance“ ruft zum Dancefloor. Das ist definitiv eine Platte für eine einsame Insel – und der blöde Weltuntergang tut dann auch nicht mehr so weh.

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