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„Auf keinen Fall ein Rollator!“

Im Alter nehmen viele Unterschiede zwischen Menschen mit Be_hinderungen und Menschen ohne Be_hinderungen ab.

24.10.19 > Körper

Von Katharina Payk

Altern ist nicht an ein bestimmtes Alter geknüpft. Denn jede*r altert zu einem anderen Zeitpunkt im Leben – und anders. Altern passiert auf so unterschiedliche Weisen, wie es Menschen gibt. Dennoch verbindet uns im Altwerden einiges. Und zwar nicht nur die Tatsache, dass es keine*n wirklich freut. Im Alter lösen sich viele der (oft nur vermeintlichen) Unterschiede zwischen Menschen mit Be_hinderungen und Menschen ohne Be_hinderungen auf.

Licia Fertz © Giulia Selvaggini

Die Wiener Künstlerin und Schauspielerin Iris Kopera, die mit einer Lernschwierigkeit lebt, spürt diese Parallelen im Alltag sehr deutlich. „Meine Mutter ist jetzt alt – wir stehen da oft vor Herausforderungen, etwa im medizinischen oder pflegerischen Bereich. Die Art, wie dort mit alten Menschen umgegangen wird, erinnert mich oft an den Umgang mit Menschen mit Behinderungen: Uns werden Informationen vorenthalten, uns wird oft nicht zugehört und mir kommt es so vor, als hätte man keinen Wert mehr.“

Menschen, die vielleicht ihr ganzes Leben ohne Be_hinderung oder größere Krankheiten lebten, sind im Alter mit Einschränkungen – kognitiven wie körperlichen – konfrontiert. Und damit einer Welt ausgesetzt, die

für möglichst intakte Menschen gemacht ist: gesunde, leistungsfähige, belastbare Individuen – immer fit wie ein Turnschuh. Und schön noch dazu. Wann und warum sich Menschen alt fühlen, ist sehr verschieden. „Mein Vater hat mit Mitte sechzig angefangen, übers Älterwerden zu klagen, weil nicht mehr alles so gut ging. Da sagte ich ihm: Das kenne ich, seit ich Mitte zwanzig bin!“, erzählt Katinka Meyer, bei der mit 25 Jahren Multiple Sklerose (MS) diagnostiziert wurde. Mittlerweile feiert sie jedes Jahr ihren „anderen“ Geburtstag – den Tag, an dem sie vor zwei Jahren, als sie 48 war, dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Denn zur MS kam noch eine weitere schwere chronische Erkrankung hinzu.

Nach einem langen Koma und Krankenhausaufenthalt wurde sie für eine gewisse Zeit im Pflegeheim untergebracht – mit lauter alten Menschen. „Auf einmal war ich als eigentlich junger Mensch pflegebedürftig und mit Altsein sehr direkt konfrontiert“, erzählt die nun Fünfzigjährige. „Ich sah viel Einsamkeit und a…

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