„Bin ich verhaftet?“

In „Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“ kämpft eine Heldin gegen die Dreifaltigkeit des Patriarchats.

14.11.19 > Film & Serien

Von Maxi Braun

Petrunya ist Anfang dreißig, arbeitslose Historikerin und wohnt bei ihren Eltern. Nach einem miesen Vorstellungsgespräch gerät sie in ein orthodoxes Ritual, bei dem die Männer des Dorfes alljährlich am Dreikönigstag in einen eiskalten Fluss springen. Sie wollen ein Glück verheißendes Holzkreuz ergattern, das der Priester zuvor hineingeschmissen hat. Petrunya wirft sich einem Impuls folgend ebenfalls in die Fluten, schnappt das Kreuz und

flieht damit klatschnass vor Priester und perplexer Meute. Zu Hause angekommen wird sie von ihrer strenggläubigen Mutter verpfiffen, die Polizei nimmt sie mit, um auf dem hiesigen Polizeirevier den vermeintlichen Skandal zu klären.

©Filmstill/ jip film & verleih 2019

Bis zu dieser Stelle basiert der Film auf einem Vorfall, der sich tatsächlich 2014 im mazedonischen Štip ereignete. Was danach geschehen sein könnte, inszeniert Teona Strugar Mitevska in der zweiten Filmhälfte als packendes Kammerspiel. Polizei und Priester versuchen immer aggressiver, Petrunya zur Herausgabe des Kreuzes zu zwingen, während draußen der Männermob tobt. Die heilige Dreifaltigkeit des Patriarchats – die…

Du willst jede Missy verlässlich im Briefkasten haben, aber vermisst uns in der Zeit dazwischen? Mit dem Kombi-Abo kannst du beides haben: ein schickes, druckfrisches Heft und den wöchentlichen Newsletter mit dem Neuesten in Sachen Politik, Pop, Debatte und Veranstaltungen. Natürlich mit Mitgliedskarte oben drauf. Jetzt das einmalige Kombi-Abo abschließen.

Beitragsnavigation