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Musik, um den Winter zu überstehen

Von Missy rezensiert.

12.12.19 > Musik

 

Juana Molina
Forfun (EP)
Crammed Discs /Indigo/Pias

„Ich mag nur Musik, die mich irgendwo hinbringt“, sagte die argentinische Musikerin und frühere Stand-up-Comedienne Juana Molina unlängst in einem Interview. „Musik, die wie ein Trip ist, wie ein Film – die liebe ich!“ Musik zum Zuhören also, keine zum Nebenbei-Dudeln. So ist es kein Wunder, dass Molina, die auf ihren sieben bisherigen Alben (zuletzt das fantastische „Halo“ aus 2017) zu gern mit Sounds und Beats experimentiert (gar nicht zu schreiben von ihren kunstvollen Videos!), sich von fehlendem Equipment nicht ins Bockshorn jagen lässt. So geschehen 2018 in Roskilde, als die Instrumente ihrer zwei Mitmusiker nach dem Flug nicht auftauchten, sondern nur Molinas Gitarre transportiert wurde. Das Konzert abzusagen, war keine Option. Spontan schnappten die Kollegen sich

die Sachen, die schon auf der Bühne standen, Schlagzeug und Keyboard, und spielten manche der Songs in improvisierter Punk-Manier. Nun haben Molina und ihre Begleiter vier der Songs noch mal sauber im Studio eingespielt. Das in limitierter Auflage als bunte EP und online erscheinende Werk fängt die Rohheit des Live-Gigs wunderbar ein und erinnert in seiner Muskularität an den Indierock der 1990er-Jahre, weniger Hole als Helmet („Paraguaya Punk“), auch Juliana Hatfield („Vagos Punk“) kann man raushören. Um diese insgesamt etwas mehr als zwölf Minuten lange EP zu erfühlen, muss man Molinas spanische Texte nicht verstehen, den Drive kapiert man auch so. Also hört man „Forfun“ rauf und runter, runter und rauf – und freut sich auf die nächste musikalische Häutung der Juana Molina. Barbara Schulz

 

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