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Trip nach Aarhus

Der Kampf gegen Gentrifizierung hat die Berliner Wohn- und Arbeitsgemeinschaft „Lause“ zusammengeschweißt.

10.03.20 > Aktivismus

Von Simone Dede Ayivi
Illustration: Burcu Türker

Seit fünf Jahren steht mein Schreibtisch in der Lause, einer ehemaligen Glasfabrik in Kreuzberg. Vor drei Jahren hat der Eigentümer, der dänische Investor Jørn Tækker, beschlossen, das Haus zu verkaufen. Die Magie der Lause kommt nicht nur von der denkmalgeschützten Fassade, sondern auch von den Menschen dahinter. Vorne leben Familien und WGs. In den Hinterhäusern wird gearbeitet. Handwerk, Kunst und viele Leute wie ich, mit Computern an Schreibtischen, Freiberufler*innen, politische und künstlerische Initiativen. Im Falle eines Verkaufs wären aus unseren Räumen Luxus-Lofts geworden.

©Burcu Türker

Deswegen haben wir uns zusammengetan. Uns gemeinsam organisiert. In den letzten drei

Jahren wurden wir von Nachbar*innen zu einer Hausgemeinschaft. Von außen würde man bestimmt nicht denken, dass wir viel gemeinsam haben. Aber der Kampf um dieses Haus, unseren Wohn- und Arbeitsort, und gegen die Ungerechtigkeit, dass irgendein Investor, der Hunderte Kilometer enfernt lebt, über unser Schicksal entscheiden kann, hat uns zusammengeschweißt. Wir sind viel im Gespräch miteinander. Machen Kultur- und Diskussionsveranstaltungen, Demos und Aktionen. Anfang des Jahres sind wir gemeinsam nach Aarhus gefahren, der Stadt, von der aus Tækker über uns entscheidet.

Früher bin ich nur in die Lause gegangen, um zu arbeiten. Heute verbringe ich viel mehr Zeit dort. Aus Nachbar*innen sind Freund*innen geworden. Einmal die Woche treffen wir uns zur Vollversammlung. Dort treffen wir alle Entscheidungen. Damit alle mal dran teilnehmen können, wechseln wir Uhrzeit und Wochentag. Es ist viel Arbeit, aber wir sehen den Erfolg. Tækker hat eingelenkt und das Haus vorerst nicht an einen anderen Investor verkauft. Wir sind d…


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