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Trans im Knast

Die Perspektiven von trans, inter und nicht-binären Gefangenen kommen im Anti-Knast- Aktivismus oft zu kurz

11.05.20 >

Von Julia Wasenmüller
Fotos: Ann Katrin Warter

Im November 2019 wurde in diversen Medien über den Fall von Diana O. berichtet. Diana, eine trans Frau, saß in Untersuchungshaft in einem Männerknast, obwohl ihr Personenstand im Pass weiblich ist. Vor Gericht konnten sich die zuständigen Polizisten dann plötzlich nicht mehr daran erinnern, warum sie Diana überhaupt festgenommen hatten. Ging es um eine Verkehrskontrolle oder hatten sie Diana durchsucht, weil sie aus einem Bordell kam und dabei nervös aussah? Diana wurde aufgrund dieser Ungereimtheiten zunächst freigelassen, ihr Anwalt plädiert auf Freispruch. Dianas Fall ist das bekannteste Beispiel einer gesetzeswidrigen Unterbringung von trans Personen in deutschen Gefängnissen. Jedoch ist er kein Einzelfall.

„Hattest du schon mal mit der Presse zu tun?“, frage ich Franzi, nachdem wir unsere Fahrräder abgeschlossen haben. „Wenn dir langweilig ist, google doch mal ‚Franzi die

Terror-Transe‘“, sagt Franzi und lacht. Nach dem Treffen finde ich die Artikel im Internet: Zwischen 2008 und 2015 überbieten sich „BZ“, „Berliner Kurier“ und „Bild“ darin, Franzi transfeindlich zu beleidigen, und fordern, sie einzusperren bzw. nicht mehr freizulassen. Franzi hat den Ort für das Interview ausgesucht: ein Friedhof in Alt-Stralau, direkt an der Spree. Das sei einer der letzten ruhigen Orte in der Neubausiedlung mit all den joggenden Yuppies. Wir sitzen am Wasser und die Sonne scheint.

Missy Magazine 03/20, Reportage, Trans im Knast
Ann Kathrin Warter

Franzi fängt direkt an zu erzählen. Mit vollem Namen heißt sie Franziska Ludwig und ist 56 Jahre alt. „Als Frau bin ich 15“, ergänzt sie. Franzi berlinert und hat viele Anekd…


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