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Sex, Drugs & Gangster-Rap

In der Popkultur spielen Drogen eine Schlüsselrolle. Das Thema ist nicht nur anfällig für Klischees.

14.07.20 > ,

Blut klebt am Schnee
„Geht’s um Drogen / ‚Gibt’s nicht‘ gibt’s nicht / Auf der Straße / Yok yok, yok yok“ – denn wo Nachfrage besteht, gibt’s auch genug Angebot, vor allem in Frankfurt am Main, und vor allem, wenn es um diese weißen „Ziegelsteine“ geht. Haftbefehl hat davon mehr als genug gesehen, und auch auf „Das weisse Album“ spielt das gewohnte Geschehen rund um Kokain, Crack und eigentlich alle Drogen, die man sich vorstellen kann, eine nicht gerade kleine Rolle. „Bolon“, „Stein“ auf Spanisch, ist der erste Song des Albums, auf dem Hafti gleich die ganze Lieferkette aufdröselt. „Kolumbianische Ware direkt von Latino / Choya Plomben hab Kilogramm / In Hamburg krachen Tonnen durch den Zoll / Zwei Stunden später Holland, Rotterdam.“ Der Rapper beschreibt den Ist-Zustand seiner Welt, wie immer ohne Beschönigungen. Wer was davon hat? „Mach das für die Jugos, Brates, Shqiptars ausm Kosovo.“ Schmuggler*innen, Dealer*innen, Konsument*innen, sie alle finden auf dem einen Song Platz, sie alle spielen unterschiedliche Rollen, sie alle machen was aus dem, was sie haben. Platz für Moral – sonst wäre es ja kein Gangsterrap – bleibt nicht viel, denn „Zustände, sie sind gottlos“. Oder doch? So endet „Bolon“, nach der Lyrik der

Missstände, von denen jugendliche Dealer so gezeichnet sind wie junge Prostituierte, in der Hook mit dem scheinbar zynischen Scheißegal: „Mir doch Schwanz, woher es kommt / Hauptsache, es kommt in Frankfurt an.“ Wie alle übersteigerten Beteuerungen, entlarvt auch diese einen moralischen Konflikt. Wer etwas so betonen muss, ist sich vielleicht doch nicht so sicher. Scheinbar ist es Hafti nicht ganz egal, unter welchen Bedingungen Kokain hergestellt wird. Ethical Consumption ist im Gangsterrap angekommen. Bahar Sheikh

Macker Movies
Meine schlimmsten Drogenerlebnisse hatte ich mit Drogenszenen in Filmen. Als Teen wurde ich bei einem Screening von „Pink Floyd – The Wall“ im örtlichen Jugendzentrum durch die Mischung aus psychedelisch-albtraumhaften Hallu-Bildern einerseits völlig terrorisiert, andererseits wagte ich nicht, den Raum zu verlassen, um vor den älteren Cool Kids nicht als Memme dazustehen. Ab und an ging ich aufs Klo, um dem Drogengewitter zumindest kurz zu e…


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