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Stille Fische, Graue Klötze

Nach der Räumung der Liebig34 in Berlin sind weitere queer- feministische Projekte akut bedroht.

11.01.21 > Aktivismus

Von Pauli Dares
Illustration: Owi Liunic

Wir chillen zu viert in der Außenbadewanne. Über uns der Sternenhimmel. Gleich der nächste Saunagang. Morgens wachen wir von den Vögeln auf unseren Wagendächern auf. Für mich ist das Luxus. Ich besuche meine Freund*innen von Mollies, einem queeren Wagenplatzkollektiv an der Rummelsburger Bucht. Dies ist einer der letzten Freiräume Berlins. Trotz vieler Proteste und Bürger*inneninitiativen soll nun auch dieses Gelände mit Luxuswohnungen bebaut werden – zusätzlich zu einem Aquarium. Nach und nach werden alle, die den Ort bewohnt und bespielt haben, vertrieben und geräumt. Betroffen sind zwei

Wagenkollektive, ein besetzter Wagenplatz, zwei Wohnhäuser, viele obdachlose Menschen, die sich hier eine Struktur aufgebaut haben, ein Club, Proberäume, Werkstätten, Hausboote und alternative Treffpunkte.
Auf dem Wagenplatz Mollies wurde ein Raum für Queers geschaffen. Die Bewohner*innen und ihre Netzwerke unterstützen sich emotional und in ihren Transitionsprozessen, tauschen sich über queere Themen aus und organisieren Saunaabende für TIN* (trans, inter, non­binary).

Missy Magazine 01/21, Banden Bilden, Beitrag und Text
© Owi Liunic

Seit eineinhalb Jahren sucht Mollies, gemeinsam mit anderen Wagenkollektiven, einen neuen Platz. Sie organisieren Kundgebungen, halten Redebeiträge und solidarisieren sich mit den Kämpfen anderer G…