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Motherhood im Lockdown

Zehn Monate Pandemie und ein neun Monate altes Baby. Ein Erfahrungsbericht aus er Corona-Elternzeit.

08.03.21 >

Von Anna Mayrhauser
Illustration: Nadine Redlich

Es ist Mitte März, als ich den Witz das erste Mal höre. Mein Mutterschutz hat gerade begonnen, etwa gleichzeitig mit dem ersten Lockdown in Deutschland. Im Dezember werde es bestimmt ganz viele kleine Corona-Babys geben, die nun gerade in der Quarantäne gezeugt werden. Eine schöne Vorstellung, finde ich. Die Zeiten sind unübersichtlich, Babys sind süß. Gleichzeitig versuche ich, meine ohnehin schwer beschäftigte Hebamme zu erreichen. Das Krankenhaus lädt meinen Partner von der Geburtsbesprechung aus. Warum, denke ich, sollte man in Zeiten, in denen demnächst wahrscheinlich das Gesundheitssystem zusammenbricht und die ohnehin prekäre Geburtshilfe noch prekärer wird, ein Baby wollen? Die Informationen für und über Schwangere sind zu diesem Zeitpunkt vage. Sie gelten noch nicht als Risikogruppe. Die

Berichte über Schwangere, die alleine gebären müssen, häufen sich. „Unverbindliche Aussagen haben Gebärenden zu Beginn der Pandemie Angst gemacht, und das hält bis heute an“, erzählt mir fast ein Jahr später Katharina Desery vom Verein Mother Hood e. V., der sich für selbstbestimmte Geburt und Schwangerschaft einsetzt, am Telefon. Über sechshundert Anfragen hat der Verein seit März zu den Themen Schwangerschaft und Geburt in der Covid-19-Pandemie beantwortet, viele drehten sich um die Themen Begleitpersonen und Masketragen unter der Geburt. Rund 650 Geburtsstationen gibt es in Deutschland, die Regelungen waren und sind teilweise immer noch unübersichtlich und von Bundesland zu Bundesland verschieden. Heute schätzt Desery: „Das ganz strikte Kreißsaalverbot betraf etwa zehn Prozent der Fälle im Frühjahr.“

Zurück in den März: Ich höre einen Podcast über Gebären ohne Begleitperson (hier unhinterfragt der Vater), der Gebärenden Mut machen soll, und finde das Gesäusel unerträglich. Das Baby kommt i…